Geschichte der Apothekergärten: Vom Klostergarten zum Apothekergarten

Geschichte der Apothekergärten: Vom Klostergarten zum Apothekergarten

Die Ärzte der Mittelmeerregion hatten schon in der Antike ein glückliches Händchen für den Garten- und Heilpflanzenanbau. Doch dank reisender Mönche gelangte die hohe Kunst des Pflanzenanbaus im 7. Jahrhundert nach Christus auch in unsere Gefilde. Und bald wuchsen in den Gärten der Klöster, in denen die Mönche lebten, beteten, arbeiteten und heilten zahlreiche Pflanzen, die zu Heilzwecken genutzt werden konnten.

So war der Klostergarten lange Zeit so etwas wie eine Art „natürliche Apotheke“. Kein Wunder, dass sich die Klostergärten schnell verbreiteten, denn allerorts wurden Pflanzenarzneien gebraucht, um Kranken zu helfen und Epidemien, wie etwa die tödliche Pest, zu bekämpfen.

Erst als in der Renaissance viele Universitäten gegründet wurden, entwickelte man die Klostergärten gezielt weiter, denn die Ärzte an den Universitäten wussten die natürlichen Heilkräfte der Pflanzen geschickt zu nutzen. Und damals war man davon überzeugt, dass Pflanzen von Gott geschaffen waren, um den Menschen zu Heilzwecken zu dienen.

So wurden aus den Klostergärten Apothekergärten, in denen viele Heilpflanzen kultiviert werden konnten. Das Ziel war es nicht nur, wichtige Arzneien gezielt herstellen zu können, gleichzeitig eigneten sich die Apothekergärten auch für den praktischen Anschauungsunterricht für Pharmazie-Studenten und andere Wissbegierige. Die frühen Apothekergärten entstanden schon vor etwa 500 Jahren – vor allem in Italien. Den Apothekergärten war es auch zu verdanken, dass das Wissen rund um die Heilpflanzen dieser Welt weiter entwickelt und weiter gegeben werden konnte. Denn selbst als zahlreiche Klöster und mit ihnen ihre Gärten schlossen, wurden die Pflanzen in den Apothekergärten weiter angebaut. Dennoch gab es auch im 19. Jahrhundert noch einflussreiche Klöster und so konnte beispielsweise die Klosterfrau Maria Clementine auch die Rezeptur des Melissengeists, der noch heute in vielen Haushalten als unersetzliche Pflanzenarznei für allerlei Beschwerden gilt, in einem Kloster entwickeln.

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