Bärlapp (lat. Lycopodium)

Bärlapp (lat. Lycopodium)

Bärlapp – die Pflanze

Auch die Geschichte des Bärlapps scheint sagenumwoben, denn es heißt, dass schon keltische Druiden den Bärlapp rituell sammelten, um ihn dann als Heilpflanze zu verwenden.

Der Bärlapp ist übrigens ein Moos, das sich in Wäldern und Gebirgen finden lässt und er ist weit verbreitet. Außer in den südlichen Teilen wächst der Bärlapp überall in Europa. Zu den Bärlapp-Gewächsen zählen mehr als 400 Arten.

Ein wirksames und bewährtes Heilkraut ist insbesondere der Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum). Das Besondere am Bärlapp ist sein feines Pulver, das sich in seinen Sporen findet. Dieses Pulver wurde wohl schon früh für die Behandlung von Hautkrankheiten genutzt. Es ist von einem blassen Gelb und wenn man den Bärlapp durchschüttelt, rieselt das Pulver aus seinen Ähren. Übrigens stammt der Name „Bärlapp“ aus der althochdeutschen Sprache, in der „lapp“ in etwa „Hand“ oder „Pranke“ bedeutet. Und so vermutet man heute, dass der Bärlapp aufgrund seines Äußeren, das an Bärenpranken erinnert, seinen Namen bekam.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Bärlapp wird in der Naturheilkunde für viele verschiedene Beschwerdebilder eingesetzt, denn seine Palette an Wirkstoffen ist groß. Vor allem sind die Sporen des Bärlapp reich an fettem Öl und im Kraut sitzen Alkaloide, was ihn so wertvoll für die Behandlung von Hautkrankheiten macht. Das Pulver in den Ähren des Bärlapp hat eine kühlende und schmerzlindernde Wirkung, weshalb es in früheren Zeiten für die Behandlung von Hautentzündungen und Wunden genutzt wurde.

Anwendung

Der Bärlapp, besser gesagt der Keulen-Bärlapp, ist eines der „großen Mittel“ in der Homöopathie und wird hier aufgrund seiner weiten Wirkpalette sowohl bei Atemwegsentzündungen als auch bei Störungen des Leber-Galle-Systems verwendet. Aber auch verschiedene Hauterkrankungen können mit Bärlapp homöopathisch behandelt werden. Darüber hinaus soll der Bärlapp auch bei einem „schweren Gemüt“, also bei Verstimmungen helfen. Denn homöopathisch gesehen ist Bärlapp ein Heilmittel, das auf den gesamten Körper wirkt und auch bei chronischen Erkrankungen dazu beitragen kann, unseren Organismus zu stärken und zu stabilisieren. Dies gilt besonders bei chronischen Erkrankungen von Leber und Nieren.

In der modernen Pflanzenheilkunde spielt Bärlapp – wohl auch aufgrund der in seinem Kraut enthaltenen Giftstoffe – keine Rolle. Dennoch gibt es auch heute noch Naturvölker, die mit Bärlapp Wunden, Krämpfe und rheumatische Beschwerden zu lindern versuchen.

Darreichungsformen

Da Bärlapp heute eher eine Rolle in der Homöopathie spielt, wird er meist in Form von homöopathischen Auszügen verordnet.

Als volksmedizinisches Heilmittel, das kaum noch verwendet wird, werden Bärlapp-Sporen zu einem Tee zubereitet, der eine positive Wirkung auf den gesamten Harnapparat haben soll.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Sporenpulver

Wirkstoffe

Fettes Öl, Alkaloide

Anwendung (homöopathisch)

Hautentzündungen, Verstimmungen, Erkrankungen von Leber, Blase und Niere

Hinweise

Bärlapp darf nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden, er enthält teilweise giftige Stoffe.

Wissenswerte Hinweise

Im Kraut des Bärlapp sind leicht giftige Stoffe enthalten, es ist also dringend davon abzuraten, es zu verwenden. Falsch zubereitet kann Bärlapp starke Darmkrämpfe verursachen. Daher sollten Sie Bärlapp nur nutzen, wenn er Ihnen ärztlich verordnet wurde.

Der Bärlapp steht heute unter Naturschutz und darf auf keinen Fall gepflückt werden!

Quellenverzeichnis

Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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