Fenchel (Foeniculum vulgare)

Fenchel (Foeniculum vulgare)

Fenchel – die Pflanze

Der Fenchel ist nicht nur ein leckeres, leichtes und bekömmliches Gemüse, sondern auch ein Heilmittel aus der Natur, das von unschätzbarem Wert bei verschiedenen Erkrankungen ist.

Schon in den alten Hochkulturen war der Fenchel ein begehrtes Heilmittel und vor mehr als tausend Jahren begannen Mönche den Fenchel als Heilkraut in ihren Klostergärten zu kultivieren.

Die Erfolgsgeschichte des Fenchels geht mit einer gehörigen Portion Aberglauben einher. So galt er einst als Mittel zur Vertreibung des Bösen und als Glücksbringer. Schon Hildegard von Bingen begeisterte sich für den Fenchel und pries seine gesundheitsfördernde Wirkung.

Die eigentliche Heimat des Doldengewächses Fenchel ist der Mittelmeerraum, heute wird er aber in vielen Teilen der Erde angebaut, vor allem dort, wo der Fenchel die Bedingungen bekommt, die er liebt: reichlich Sonne und nährstoffreichen Boden.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Früchte des Fenchels sind reich an wohlriechendem und schmackhaftem ätherischen Öl. Es ist eben dieses ätherische Öl, das sich zum einen bestens eignet um Verdauungsstörungen mit Blähungen zu lindern, zum anderen aber auch bei festsitzendem Husten helfen kann.

Das leicht süßliche ätherische Öl im Fenchel sorgt also für eine Vielzahl von Heilungseffekten. Es löst Krämpfe und fördert die Verdauung, kann helfen, Bronchialschleim zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Damit ist der Fenchel ein echtes Rundum-Talent unter den Heilpflanzen.

Anwendung

Wer von Verdauungsstörungen mit Blähungen und Völlegefühl oder krampfartigen Schmerzen geplagt wird, dem kann der Fenchel helfen. Ein Tee aus Fenchel oder eine Kombination aus Fenchel und Anis können schnell wirkende Mittel gegen Verdauungsprobleme sein. Denn das ätherische Öl des Fenchels hilft, die Verdauungssäfte anzuregen. Besonders für Säuglinge, die häufig mit Verdauungsbeschwerden zu kämpfen haben, ist Fenchel ein hilfreiches Mittel zur Linderung der Symptome.

Aber der Fenchel kann noch mehr. Eines seiner wichtigsten Anwendungsgebiete ist Husten mit festsitzendem Schleim, von dem viele während der kalten Winterzeit betroffen sind. Besonders für Kinder ist das gut verträgliche Heilmittel aus der Natur, der Fenchel, gern und häufig verordnetes Mittel bei Husten und Bronchitis.

Fenchel wird mitunter sogar verwendet, um die Milchbildung während der Stillzeit zu fördern.

Darreichungsformen

Fenchel wird in einer großen Zahl von Arzneipräparaten verwendet. Es gibt ihn in Bonbons und Halstabletten, in Hustensäften und vor allem in Form von Tee. Apotheker bereiten Fenchelteemischungen aus im Mörser zerstoßenen Fenchelfrüchten zu, denn so lässt sich besonders viel des wertvollen ätherischen Öls, das im Fenchel steckt, gewinnen.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Früchte

Wirkstoffe

ätherisches Öl

Anwendung

Bronchitis und Husten, Verdauungsstörungen, Blähungen

Hinweise

Nicht während der Schwangerschaft verwenden.

Wissenswerte Hinweise

Fenchel ist äußerst bekömmlich und auch als Gemüse zu empfehlen, denn der Gemüse-Fenchel ist reich an Vitamin A und C und wirkt sogar entschlackend, was zum Beispiel beim Abnehmen von Vorteil sein kann.

Arzneipräparate, die Fenchel enthalten, sollten allerdings nicht von Schwangeren eingenommen werden. Es empfiehlt sich bei einer längeren Einnahme von Fenchelpräparaten Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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