Kamille (lat. Matricaria recutita)

Kamille (lat. Matricaria recutita)

Kamille – die Pflanze

Die Kamille war schon den alten Ägyptern heilig und wurde angebetet als die Blume des Sonnengotts. Schon seit der frühen Antike ist die Kamille aus dem Schatz der Heilpflanzen nicht mehr wegzudenken. Sie zählt zu den ältesten bekannten Heilpflanzen und wird seit langem zur Behandlung vieler Erkrankungen wie beispielsweise Erkältungen oder Magenbeschwerden verwendet.

Das Kraut mit den so charakteristisch gefärbten weiß-gelben Blüten gedeiht an Wegrändern und auf Äckern, wo es zwischen Mai und Juni durch seine Blüte die Landschaft verschönert. Die Heimat der Kamille ist Ost- und Mitteleuropa. Vielerorts wurde die Kamille allerdings aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt, denn sie gilt als ein typisches Ackerunkraut.

Der Duft von frischer Kamille ist unverwechselbar aromatisch und wird selbst von fertigen Teemischungen mit Kamille verströmt.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Wirkstoffe der Kamille, neben Polyacetylenen, Flavonoiden und Schleimstoffen auch ätherisches Öl, verleihen ihr die krampflösenden, schmerzlindernden und entzündungshemmenden Effekte, die sie so unersetzlich für die Behandlung ganz verschiedener Krankheitsbildern macht. Die Kamille ist ein echtes Multi-Talent. Innerlich angewendet helfen ihre Wirkstoffe beispielsweise bei Magenkrämpfen, äußerlich ist die Kamille bestens geeignet bei schlecht heilenden Wunden – um nur eines ihrer zahlreichen Einsatzgebiete zu nennen. Auch bei der Kamille ist es also das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe, das ihr die besondere Heilkraft verleiht.

Anwendung

Die Liste der Anwendungsgebiete, bei denen sich die Kamille bewährt hat, ist lang. So kann sie innerlich eingesetzt gegen Krämpfe der Verdauungsorgane helfen. Entsprechen ist sie sehr wirkungsvoll bei Magen-Darm-Problemen mit Krämpfen, aber auch bei Erbrechen und Übelkeit kann sie helfen. Denn das ätherische Öl der Kamille hilft, die Magenschleimhaut zu schützen. Kamille gilt darüber hinaus als natürlicher Schutz vor Magengeschwüren.

Die Kamille hat aber auch beruhigende Effekte und kann als Schlaftrunk angewendet werden oder als leichtes Beruhigungsmittel bei nervösem Magen oder innerer Anspannung zum Einsatz kommen.

Äußerlich angewendet wirken Kamille-Zubereitungen antibakteriell und helfen bei der Förderung der Wundheilung. Die Kamille ist ein wunderbares Mittel bei Entzündungen der Haut und auch der Schleimhäute. Auch wenn das Zahnfleisch gereizt und entzündet ist, bietet die Kamille Hilfe.

Auch die heilende Wirkung der Kamille bei entzündlichen Erkrankungen oder auch Reizungen der Luftwege ist belegt worden.

Übrigens wird die Kamille dank ihrer krampflösenden Effekte auch in der Frauenheilkunde eingesetzt, um menstruationsbedingte Krämpfe zu lösen.

Darreichungsformen

Die Kamille ist in vielen Fertigarzneien wirksamer Bestandteil, sie findet sich in Tees und Tinkturen und in zahlreichen Salben. Natürlich lässt sich auch ein Tee aus den Blüten der Kamille selbst zubereiten. Tees mit Kamille eignen sich nicht nur zum Trinken – etwa bei Reizzuständen der Luftwege – es lässt sich hervorragend mit ihnen Gurgeln um Entzündungen im Mundraum zu bekämpfen. Unliebsame entzündliche Hauterkrankungen und auch schlecht heilende kleine Wunden lassen sich besonders gut mit Kamille-Salben behandeln.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blüten

Wirkstoffe

ätherisches Öl, Polyacetylene, Flavonoide, Sesquiterpenlactone, Schleimstoffe

Anwendung

Erkältungskrankheiten, Verdauungsbeschwerden, Magen-Darm-Entzündungen, schlecht heilende Wunden, entzündliche Hauterkrankungen, Menstruationsbeschwerden, Entzündungen im Mund- und Rachenraum

Hinweise

Nicht anwenden bei einer Allergie gegen Korbblütler. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können möglich sein – fragen Sie den behandelnden Arzt.

Wissenswerte Hinweise

Die Kamille ist nicht nur besonders vielfältig in ihrer Wirkung, sie ist zudem gut verträglich. Lediglich bei einer Allergie gegen Korbblütler, zu deren Gattung die Kamille gehört, muss von einer Anwendung der Kamille abgesehen werden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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