Kümmel (lat. Carum carvi)

Kümmel (lat. Carum carvi)

Kümmel – die Pflanze

Der Kümmel ist ein Jahrtausende Jahre altes Gewürz, das in vielen Gerichten unserer traditionellen Küche noch immer eine wichtige Rolle für Geschmack und Bekömmlichkeit spielt. Am intensiven Geschmack, der den Kümmel so unverwechselbar macht, scheiden sich allerdings die Geister. Die einen schwören auf Kümmel, die anderen meiden ihn wie der Teufel das Weihwasser.

Dass der Kümmel, der zur Familie der Doldengewächse zählt und auch bei uns wild auf Wiesen und an Wegrändern wächst, sich aber äußerst positiv auf unsere Verdauung auswirken kann, ist unbestritten.

Der Kümmel ist ein Doldengewächs und gedeiht besonders gut an sonnigen Stellen. Das Äußere des Kümmels ist eher unscheinbar.

Im Mittelalter umwehte den Kümmel sogar ein Hauch von Mystik und wegen seines intensiven Geruchs glaubte man, dass der Kümmel Zwerge und Trolle vertreiben könne.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Im Kümmel stecken reichlich ätherische Öle, aber auch Gerb- und Bitterstoffe, die allesamt eine verdauungsfördernde Wirkung haben. Durch moderne wissenschaftliche Forschung konnte inzwischen belegt werden, dass das im Kümmel enthaltene ätherische Öl auch eine krampflösende Wirkung auf die Darmmuskulatur hat – Kümmel ist daher ideal bei Blähungen und Völlegefühl.

Anwendung

Weil der Kümmel sich so positiv auf unsere Verdauung auswirkt, ist er der ideale Begleiter zur Verfeinerung blähender Speisen wie etwa Kohl und Hülsenfrüchte. Denn so verzehrt, kann Kümmel lästige Bauchbeschwerden wie Blähungen und Völlegefühl vorbeugen.

Kümmel unterstützt also die Verdauung vor allem wenn wir schwer und reichlich oder Blähendes gegessen haben. Er löst Koliken und Krämpfe der Verdauungsorgane. Aber auch bei Appetitlosigkeit kann der Kümmel helfen!

Darreichungsformen

Kümmel eignet sich hervorragend zum Würzen und schmeckt vor allem zu Kohl und Kartoffelgerichten. Seine heilende Wirkung auf unseren Verdauungstrakt kann er aber auch besonders gut entfalten, wenn der Kümmel in Form eines Tees getrunken wird. Darum gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von fertigen Teezubereitungen, die Kümmel als Bestandteil haben. In solchen Magen- und Galletees wird Kümmel gerne mit Anis und Fenchel, die ebenfalls eine sehr positive Wirkung auf unsere Verdauung haben, kombiniert.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Früchte

Wirkstoffe

Ätherisches Öl, fettes Öl, Gerbstoffe, Flavonoide

Anwendung

Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Blähungen

Hinweise

In Schwangerschaft und Stillzeit darf Kümmel nur nach Rücksprache mit dem Arzt verzehrt werden.

Wissenswerte Hinweise

Auch wenn Kümmel Speisen bekömmlicher macht und unsere Verdauung auf natürliche Weise stimuliert, sollte er während der Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt verzehrt werden.

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Pflanzen, die wie der Kümmel auch zur Familie der Doldengewächse zählen, ist der Kümmel natürlich nicht geeignet, um Verdauungsbeschwerden zu lindern.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.

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