Melisse (lat. Melissa officinalis)

Melisse (lat. Melissa officinalis)

Melisse – die Pflanze

Die Melisse ist eine der bekanntesten Heilpflanzen und war schon bei den Ärzten der Antike ein sehr beliebtes Heilkraut. Auch heute noch fehlt die Melisse in kaum einem Kloster- oder Kräutergarten. Denn schon der berühmte Arzt Paracelsus bezeichnete die Melisse als „medizinisches Gold“ und setzte es bei Herzkrankheiten ein. Auch Hildegard von Bingen pries die Eigenschaften der Melisse. Sie nannte die Pflanze „Herztrost“, aufgrund ihrer positiven Wirkung auf Herz und Gemüt.

Die fein duftenden Blätter der Melisse, die zu den Lippenblütlern gehört und aus dem Mittelmeergebiet stammt, wird seit Jahrhunderten aufgrund ihrer vielfältigen Wirkungen beispielsweise bei Unruhe und Einschlafstörungen geschätzt. Die ausdauernde Pflanze, die sonnige Plätze liebt, ist auch einer der Hauptbestandteile des bekannten „Melissengeist“.

Melissa bedeutet übrigens so viel wie Biene und weist auf den Reichtum an Nektar der Melisse hin, der die Pflanze bei Bienen ungemein beliebt macht. Im Volksmund ist die Melisse darum auch unter Namen wie „Honigblume“ und „Bienenkraut“ bekannt.

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Wirk- und Inhaltsstoffe

Auch oder gerade in der heutigen Zeit, in der viele durch Stress und Hektik geplagt sind, ist die Melisse von großer Bedeutung, denn ihre Inhaltstoffe – allen voran das ätherische Öl – wirken entspannend und beruhigend. Besonders wirkstoffreich ist die „Kloster-Melisse“, die aus streng kontrolliertem Anbau stammt, die Klostermelisse ist im Vergleich zur gewöhnlichen Melisse besonders reich an ätherischem Öl ist.

Anwendung

Die krampflösende und beruhigende Wirkung der Melisse macht sie zu einem sanften und natürlichen Mittel bei Unruhe und Angstzuständen. Melisse ist aber auch besonders gut geeignet, wenn wir an Einschlafstörungen leiden und unter Stress stehen.

Melisse hat sich zudem bewährt bei Magen-Darm-Beschwerden, denn sie wirkt nicht nur entkrampfend, sondern verfügt auch über antibakterielle Eigenschaften. Ihre Bitterstoffe tragen dazu bei, die Verdauung anzuregen und Blähungen zu lindern.

Aber auch bei Kopfschmerzen und leichten depressiven Verstimmungen können die Kräfte der Melisse helfen, Beschwerden zu lindern und das Gemüt aufzuheitern.

Aufgrund der positiven Effekte der ätherischen Öle aus der echten Klostermelisse auf das vegetative Nervensystem, kommen Naturarzneien auf Basis von Klostermelisse auch zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und Nervosität zum Einsatz.

Der Extrakt der Melisse hat sich zudem als Heilmittel gegen den unangenehmen Lippenherpes bewährt. Die Gerbstoffe der Melisse, die in der Pharmakologie als Phenolcarbonsäuren bezeichnet werden, können den Herpes-Virus effektiv hemmen.

Darreichungsformen

Melisse kann in unterschiedlichen Formen angewendet werden. Gegen den Lippenherpes hat sich Creme mit Melissenextrakt bewährt. Ein Bad mit Melissenblättern beschert Entspannung und Ruhe und Teemischungen, die es fertig zu kaufen gibt, eignen sich gut bei Einschlafstörungen aber auch zur Behandlung nervöser Magenbeschwerden.

Von besonderer medizinischer Bedeutung ist der Melissengeist. Diese bekannte Pflanzenarznei wird durch ein spezielles Destillationsverfahren gewonnen, das von der Klosterfrau Maria Clementine Martin entwickelt wurde. Es erfordert viel Zeit und besondere Sorgfalt, Melissengeist herzustellen. Die hochwirksame Klostermelisse ist Hauptbestandteil des Melissengeists, der insgesamt die Extrakte von dreizehn bewährten Heilkräutern enthält. Die sorgfältig getrockneten Heilpflanzen müssen zerkleinert und mit Alkohol versetzt werden. Dann werden sie sehr vorsichtig destilliert. So entsteht der Melissengeist, ein hochkonzentriertes und sehr wirksames Destillat aus ätherischen Ölen, das gezielt Erregern von Erkältungen entgegen wirkt und einen entspannten Schlaf fördert.

Der Melissengeist, dessen Rezeptur einst streng geheim war und von Generation zu Generation weiter gegeben wurde, ist heute aus vielen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Denn Kenner schwören nicht nur auf seine entspannende und beruhigende Wirkung, sondern nutzen ihn auch zur effektiven Behandlung von Verdauungsstörungen, bei rheumatischen Beschwerden und Kopfschmerzen.

Gut zu wissen: Treten Anspannung, innere Unruhe und Schlafstörungen gemeinsam auf, hat sich die kombinierte Anwendung von Melisse, Baldrian und Passionsblume besonders bewährt. Eine Naturarznei auf Basis dieser Dreier-Kombination kann Entspannung und Leistungsfähigkeit am Tag fördern und nachts für einen tiefen und gesunden Schlaf sorgen.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter

Wirkstoffe

ätherisches Öl, Phenolcarbonsäuren

Anwendung

Unruhe, Anspannung, Einschlafstörungen, nervöse Magen-Darm-Beschwerden, Lippenbläschen

Hinweise

Besonders der Melissengeist hat sich als gut verträgliches Arzneimittel zur Behandlung unterschiedlichster Beschwerden erwiesen.

Wissenswerte Hinweise

Die Melisse ist überaus gut verträglich, ebenso der aus ihr gewonnene Melissengeist. Neuere Forschungen zeigten sogar, dass die Melisse nicht nur bei Unruhe und Schlafstörungen oder Magenproblemen hilft, sondern sogar unsere Denkleistung erhöhen kann.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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