Pfefferminze (lat. Mentha piperita)

Pfefferminze (lat. Mentha piperita)

Pfefferminze – die Pflanze

Die meisten von uns sind bestimmt seit Kindheitstagen mit dieser beliebten und bewährten Heilpflanze vertraut. Pfefferminz-Tee kennt schließlich tatsächlich jedes Kind, der Tee wird gerne bei Bauchschmerzen, Übelkeit und sonstigem Unwohlsein gegeben. Dass der Minze göttliche Kräfte innewohnen, davon erzählt bereits die griechische Mythologie. Die wütende Göttin Persephone soll so eifersüchtig auf die Geliebte ihres Mannes Pluto gewesen sein, dass sie das arme Mädchen Minthe kurzerhand in Pfefferminze verwandelte!

Aber es gibt auch harte Fakten, die für die heilenden Kräfte der Pfefferminze sprechen. Botaniker gehen davon aus, dass es mehr als 2000 Arten von Minze gibt. Und schon immer war die Minze ein über alle Maßen geschätztes Heilkraut in vielen Teilen der Welt. Vor allem die echte Pfefferminze verfügt über sehr starke Heilkräfte, es ist aber davon auszugehen dass diese Variante der Minze erst vor etwa 300 Jahren aus verschiedenen Minze-Arten entstanden ist.

Die Pfefferminze wächst unkompliziert auch in heimischen Gärten und liebt es dabei warm und sonnig.

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Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Blätter der Pfefferminze enthalten vor allem ätherische Öle, hauptsächlich Menthol, aber auch Flavonoide und Bitterstoffe. Durch diese spezielle Wirkstoffkombination schafft es die Pfefferminze, Krämpfe im Verdauungstrakt zu lösen. Menthol kann sogar die Schmerzrezeptoren der Magenschleimhaut blockieren und dadurch Schmerzen rasch lindern.

Das ätherische Pfefferminzöl bietet sich aber auch an, um bei verschiedenen Erkältungskrankheiten zu inhalieren und so Schleim zu lösen. Auch bei Kopfschmerzen kann das ätherische Öl der Pfeffermine, das Pfefferminzöl, helfen.

Anwendung

Das traditionelle Anwendungsgebiet der Pfefferminze liegt im Bereich der Verdauungsstörungen und krampfartigen Schmerzen im Magen-Darm-Bereich. Bei Bauchbeschwerden wirkt die Pfefferminze in Form eines Tees genossen krampflösend und schmerzlindernd. Pfefferminze eignet sich so auch bei Gallenbeschwerden. Die Pfefferminze regt die Verdauungssäfte an und bewirkt eine Erhöhung der Gallensaftproduktion. Doch damit nicht genug. Die Pfefferminze wirkt zudem antiseptisch, also keimhemmend und ist somit eine wahre Wunderwaffe bei Blähungen.

Das ätherische Öl der Pfefferminze ist sehr beliebt bei Erkältungskrankheiten, denn es erweitert die Atemwege und lässt uns sozusagen „freier Atmen“. Aber die Pfefferminze kann noch mehr: äußerlich angewendet hilft das Pfefferminzöl gegen Spannungskopfschmerzen. Zur Behandlung bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp wird idealer Weise eine arzneilich aufbereitete, Pfefferminzöl-Lösung aus der echten Arznei-Pfefferminze auf die schmerzenden Stellen auf Schläfen und Stirn aufgetragen. Aktuelle Studien belegen, dass diese Art der Schmerzlinderung ebenso effektiv ist wie klassische Schmerzmittel mit Acetylsalicylsäure und dabei aber besser verträglich. Achten sie darauf, statt zu hochkonzentriertem Menthol und reinem Pfefferminzöl besser zu einer speziell aufbereiteten, 10%igen Pfefferminzlösung zu greifen. So können Sie Hautirritationen umgehen.

Bekannt ist übrigens auch das japanische Minzöl, das sich zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen ebenfalls gut eignet. Dieses Öl stammt von einer Verwandten der Pfefferminze, der Ackerminze.

Darreichungsformen

Großer Beliebtheit erfreut sich der Tee, der sich aus der Pfefferminze zubereiten lässt. Er ist nicht nur wirksam bei Übelkeit und Verdauungsproblemen, sondern schmeckt darüber hinaus herrlich erfrischend und ist auch bei Kindern beliebt.

Zur äußerlichen Anwendung – bei leichten und mittelschweren Kopfschmerzen – ist das ätherische Öl der echten Arznei-Pfefferminze bestens geeignet. Pfefferminzöl gibt es in Form von arzneilich aufbereiteten zehnprozentigen alkoholischen Lösungen. Das Minzöl lässt sich einfach in geringer Dosierung auf die schmerzenden Stellen auftragen, wo es direkt seine wohltuende Wirkung entfaltet.

Für eine Inhalation bei einer Erkältung werden wenige Tropfen Pfefferminzöl auf ein Tuch aufgetragen und eingeatmet.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter

Wirkstoffe

ätherisches Öl (Menthol), Phenolcarbonsäuren, Bitterstoffe

Anwendung

Gallenbeschwerden, Verdauungsstörungen, Schmerzen im Magen-Darm-Bereich, Migräne, Spannungskopfschmerzen

Hinweise

Nicht zu verwenden bei Verschluss der Gallenwege, bei Gallenblasenentzündung sowie bei Leberschäden.

Wissenswerte Hinweise

Trotz ihrer wohltuenden Wirkung auf den Magen-Darm Trakt darf die Pfefferminze nicht in Übermaßen angewendet werden, es kann sonst zu unerwünschten Magenreizungen kommen.

Bei bestehendem Verschluss der Gallenwege oder bei Leberschäden ist Vorsicht anzuraten. Bei diesen Leiden darf die Pfefferminze keineswegs verwendet werden.

Weitere Informationen zu Anwendungsgebieten von der Pfefferminze finden Sie auf der Seite www.muskeln-gelenke.de

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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