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Süßholz (lat. Glycyrrhiza glabra)

Süßholz – die Pflanze

Süßholz (lat. Glycyrrhiza glabra)

Süßholz ist keine Holzart, sondern der Name der Wurzel, die vom Süßholzbaum stammt. Das Süßholz hat uns eine leckere Nascherei beschert – die Lakritze. Diese wird nämlich aus Süßholz hergestellt.
Aber der Süßholzstrauch, der zur Gattung der Schmetterlingsblütler gehört, war schon im alten Ägypten bekannt: nicht als klebrige Süßigkeit, sondern als starke Heilpflanze.
Römer und Griechen nutzten das Süßholz ebenso wie die Heilkundigen des Mittelalters gegen allerlei Beschwerden, denn schon damals half Süßholz nicht nur gegen Sodbrennen, sondern auch bei asthmatischen Erkrankungen.
Süßholz kommt aus dem Orient und Südeuropa und ist ein echtes Schmuckstück: mit seinen blassblauen Blüten und hübschen Fruchtschoten kann es auch bei uns den Garten schmücken. Seine heilenden Kräfte wohnen aber in seinen Wurzeln, die sich weit in die Erde verzweigen.

Wirk-und Inhaltsstoffe

Wie bei den meisten Heilpflanzen hat die Natur auch beim Süßholz eine gelungene Komposition an wirksamen Inhaltsstoffen zusammengestellt. Die Saponine, Flavonoide und Kumarine, die in der Wurzel des Süßholzes stecken, haben sekretlösende, entzündungshemmende und schützende Wirkung. Übrigens ist es das Glycyrrhizin, das das Süßholz so süß macht. Dieser Stoff ist um ein Vielfaches süßer als Zucker.

Anwendung

Oft sind es durch Viren ausgelöste Infektionen, die lästigen Schleim in den Bronchien verursachen und zu festsitzendem Husten führen. Kommt es zu einer Erkrankung der Atemwege, können die Inhaltsstoffe der Süßholzwurzel helfen, festsitzenden Schleim zu lösen und Entzündungen zu hemmen. Aber auch der Hustenreiz kann mit Hilfe von Süßholz gelindert werden.
Doch nicht nur das: Süßholz hilft auch bei Sodbrennen und kann sogar das Abheilen von Magengeschwüren begünstigen, denn er wirkt krampflösend und schützt unsere Magenschleimhaut.
Zudem hemmt Süßholz die Vermehrung von lästigen Krankheitserregern wie Bakterien und Viren, darum hat es sich auch bei Entzündungen im Mund bewährt. Das Kauen von Süßholzwurzel kann zumindest zeitweise die Ausbreitung von Karies verhindern.

Darreichungsformen

Süßholzwurzel ist vor allem für verschiedene Teemischungen geeignet. In Kombination mit Kamille und Melisse hilft ein Süßholztee bei Sodbrennen. Mischt man dem Süßholz Spitzwegerich bei, ist er eine ideale Waffe im Kampf gegen Husten. Die Kombination aus Süßholz, Melisse, Kamille und Fenchel kann tatsächlich bei Magengeschwüren helfen.
Man kann aber natürlich die überaus süße Wurzel auch einfach kauen!

Wissenswerte Hinweise

So gut Süßholz gegen Magengeschwüre, Sodbrennen und bei Husten helfen mag – bei Bluthochdruck sollte Süßholz nicht verwendet werden, da es selbst den Blutdruck steigern kann. Auch wen Sie Herzmittel einnehmen müssen, die häufig Digitalis (Fingerhut) enthalten, darf Süßholz nicht verzehrt werden. Denn Süßholz entzieht dem Körper Kalium und durch diesen Verlust nimmt die Empfindlichkeit des Organismus gegenüber Herzmitteln zu. Generell ist es also gut, bei längerer Einnahme von Süßholz auf eine ausreichende Kaliumzufuhr zu achten. Bei schweren Leber- und Nierenerkrankungen und während der Schwangerschaft darf Süßholz nicht eingenommen werden.

Quellenverzeichnis

Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile
Wurzel
Wirkstoffe
Saponine, Flavonoide, Kumarine
Anwendung
Magen-Darm-Entzündungen, festsitzender Husten, Bronchitis
Hinweise
Süßholz darf nicht zusammen mit Herzmitteln eingenommen werden.
Bei schweren Leber-oder Nierenerkrankungen und Bluthochdruck darf Süßholz nicht verwendet werden.
Süßholz ist während der Schwangerschaft tabu.