Aloe Vera (lat. Aloe barbadensis)

Aloe Vera (lat. Aloe barbadensis)

Aloe Vera – die Pflanze

Schon im Altertum wurde die Aloe Vera in ganz unterschiedlichen Kulturkreisen als Heilpflanze bei unterschiedlichen Erkrankungen verwendet. Heilkundige erkannten schon vor Tausenden von Jahren, dass die Aloe Vera, diese Pflanze mit den großen, fleischigen Blättern, außergewöhnliche Heilkräfte besitzt. So wurde sie beispielsweise eingesetzt, um den Heilungsprozess von Schnittwunden und Verletzungen zu beschleunigen. Wildwachsende Aloe Vera Pflanzen können über Blätter verfügen, die bis zu 50cm lang sind. Die Blattfarbe der Aloe Vera variiert von gräulich-grün bis hin zu rot. Die Blätter selbst haben einen seltsam anmutenden gezähnten Rand. Der Blütenstand der Aloe ist um die 50 cm lang.

Die Aloe Vera gehört übrigens zur Gattung der Liliengewächse und wird zur Blütezeit von leuchtend-gelben Blüten geschmückt. Heute stehen alle Aloe Arten unter Naturschutz. Von all diesen Aloe Arten, soll übrigens die Aloe Vera über die besten Eigenschaften – hinsichtlich ihres Gebrauchs als Heilpflanze – verfügen.

Der Ursprung der Aloe Vera ist bis heute nicht zur Gänze geklärt. Experten vermuten aber, dass die Heimat der Aloe Vera auf der arabischen Halbinsel zu finden ist oder im Sudan liegt. Heute ist die Aloe Vera hauptsächlich in Nord Afrika, im Nahen Osten, im südlichen Mittelmeerraum, Indien, Asien sowie in Süd- und Mittelamerika verbreitet.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Im Blattgrün und in der Blattrinde der Aloe Vera stecken Anthrachinon- und Anthrazen-Derivate. Diese wirkstarken Inhaltsstoffe besitzen Aloin, das antiabsortiv wirkt und eine abführende Wirkung hat. Diese abführende Wirkung der Aloe Vera macht den Aloeextrakt zu einer natürlichen Arznei, die bei Verstopfung hilft. Im Aloe Vera Gel wurden bislang mehr als 200 Inhaltsstoffe nachgewiesen. Neben verschiedenen Enzymen beispielsweise Mucomonosaccharide, Mineralstoffe wie Aluminium und Calcium, aber auch essentielle Vitamine, Kohlenhydrate und Aminosäuren.

Anwendung

Als homöopathisches Mittel wird die Aloe Vera bei geschwächten Verdauungsorganen besonders gerne eingesetzt. Die im Saft enthaltenen Stoffe wirken stimulierend auf den Dickdarm. Die Wirkweise der Aloe Vera auf den Darm machen sie geeignet, wenn es darum geht, aktiv gegen eine Verstopfung vorzugehen.

Der Extrakt und das Aloe Vera Gel findet heute vor allem Einsatz in der Dermatologie und in Kosmetika. Der entzündungshemmende Effekt des Aloe Gels kommt der Haut zugute und wird für die Therapie von entzündlichen Hautkrankheiten ebenso genutzt wie zur Linderung von Sonnenbränden, entzündlichen Hauterkrankungen oder auch Verbrennungen.

Zubereitung, Darreichungsformen und Dosierung

Die Blätter, aus denen der Aloe Vera Saft gewonnen wird, werden von August bis in den frühen Herbst gesammelt. Präparate, die Aloe Vera enthalten, gibt es in einer Vielzahl von Darreichungsformen. Beliebt für die topische (äußere) Anwendung der Haut sind vor allem fertige Cremes mit Aloe Vera und Gelzubereitungen. Diese Produkte können ganz nach dem individuellen Bedürfnis der Haut direkt auf die Haut aufgetragen werden.

Zur inneren Anwendung werden Arzneimittelpräparate (sowohl Mono- als auch Kombinationspräparate), von denen eine Vielzahl der Apothekenpflicht unterliegen, verwendet. Die Dosierung des jeweiligen Aloe Vera Präparats variiert individuell. Vor allem bei der inneren Anwendung, zum Beispiel im Falle einer Verstopfung, sind Dosis und Dauer mit dem behandelnden Experten abzustimmen.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter, Saft

Wirkstoffe

Aloin

Anwendung

Darmträgheit, Verstopfung, Sonnenbrand, kleine Schnittverletzungen, entzündliche Hautkrankheiten

Hinweise

Nicht anwenden bei Schwangerschaft, während der Stillzeit, bei Darmverschluss und entzündlichen Darmerkrankungen.

Wissenswerte Hinweise

Die reine Aloe ist das gelblich, bräunliche Blattharz (Aloin), das im Blattgrün bzw. Blattrinde zu finden ist. Dieses Aloin riecht sehr streng und schmeckt extrem bitter.

Das Aloe Vera Gel hingegen ist ein transparentes, schmieriges Gel, das aus dem Inneren des Aloe Vera Blattes stammt und durch die Entfernung von Blattrinde und Blattgrün gewonnen wird.

Die Aloe Vera darf keinesfalls angewendet werden im Falle einer bestehenden Schwangerschaft und während der Stillzeit. Auch von einer Einnahme während der Menstruation ist abzuraten. Bei einer Erkrankung der Nieren, Entzündungen der Bauchhöhle oder einem Darmverschluss ist vom Gebrauch der Aloe abzusehen. In jedem Fall sollte insbesondere bei einer inneren Therapie ein Arzt oder Heilpraktiker zu Rate gezogen werden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer. S. 53ff.
Beringer, Alice (2003): Aloe Vera – die Königin der Heilpflanzen. Natürlich gesund und schön durch den reinen Extrakt der Aloe Vera. München: Wilhelm Heyne.

zurück nach oben

© 2018 MyLife Media GmbH. Diese Website dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen sowie unsere Hinweise zum Datenschutz, die Sie über die Footerlinks dieser Website erreichen können.