Andorn (lat. Marrubium vulgare)

Andorn (lat. Marrubium vulgare)

Andorn – die Pflanze

Der Andorn scheint heute trotz seiner vielfältigen Wirkungen als Heilpflanze ein wenig in Vergessenheit geraten zu sein. Und dabei war er in früheren Zeiten eine wohlbekannte Heilpflanze, die aufgrund ihres hohen Gehalts an Bitterstoffen sehr geschätzt wurde.

Der Andorn trägt seinen Namen, weil sich seine Samen wie kleine Dornen in Tierfellen festsetzen und sich so weiter verbreiten.

Der Andorn stammt eigentlich aus der Region des Mittelmeers, ist aber heute in ganz Europa zu finden. Er zählt zur Gattung der Lippenblütler und ist leicht an seinem flaumigen Stängel und den knittrigen Blättern zu erkennen. Der Andorn liebt sonniges, nährstoffreiches Ödland. Leider ist der Andorn mittlerweile selten geworden und gehört zu den vom Aussterben bedrohten Arten. Nur noch in wenigen Klostergärten wird dieses Heilkraut heute angebaut und seine Heilkräfte werden leider nur noch selten genutzt – dabei ließe sich der Andorn auch bei uns leicht kultivieren.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Der Andorn ist unter anderem reich an Bitterstoffen und Saponinen, die unsere Drüsen anregen und auf diese Weise dabei helfen können, zähen Schleim zu lösen. Darum ist Andorn eine geeignete Heilpflanze bei der Behandlung von Erkältungskrankheiten. Seine Wirkstoffe haben zudem fiebersenkende und entkrampfende Eigenschaften.

Die Gerbstoffe im Andorn können das Bakterienwachstum hemmen, darum eignet sich Andorn auch gut zur Therapie von Durchfall. Aber auch bei anderen Verdauungsstörungen sind die Bitterstoffe des Andorns äußerst wirksam.

Anwendung

Der Andorn hat heute vor allem zwei große Anwendungsgebiete. Zum einen wird er bei diversen Erkältungskrankheiten verwendet, da er schleimlösend und auswurffördernd wirkt. Bei Keuchhusten und Asthma, aber auch bei einer Bronchitis kann Andorn helfen, die quälenden Beschwerden zu lindern und zum Beispiel das Abhusten von Schleim zu begünstigen.

Zum anderen nutzt man den Andorn für die Behandlung verschiedener Verdauungsbeschwerden. So kann Andorn gegen Blähungen und Völlegefühl ebenso helfen wie bei Durchfall, denn er regt die Verdauung sanft an und entkrampft unseren Magen-Darm-Trakt. Außerdem stärkt Andorn die Abwehrkräfte.

Darreichungsformen

Andorn lässt sich sehr einfach zu einem bekömmlichen Tee zubereiten. Um asthmatische Beschwerden zu lindern, kann man Andorn gut zusammen mit Thymian und Fenchel kombinieren und täglich einige Tassen des Gemischs aus den drei Heilpflanzen trinken. Bei Gallenbeschwerden hingegen kann ein Tee, der aus Andorn und Löwenzahn hergestellt wird, Linderung verschaffen. Andorn ist außerdem noch als Tinktur gebräuchlich. Auch in Form von Tropfen eingenommen kann Andorn lästige Beschwerden der Verdauung aber auch Erkältungen lindern.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Kraut, Wurzel

Wirkstoffe

Bitterstoffe, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide

Anwendung

Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, mangelnder Gallenfluss, Erkältungskrankheiten

Hinweise

Bei Herzerkrankungen sollte Andorn nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwendet werden. Nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit geeignet.

Wissenswerte Hinweise

Andorn ist im Allgemeinen eine sehr gut verträgliche Pflanze und es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Lediglich wenn Sie an einer Herzerkrankung leiden, sollten Sie Rücksprache mit dem Arzt halten, ob und wie Sie Andorn zur Linderung von Erkältungen oder Verdauungsbeschwerden verwenden dürfen.

Schwangere sollten ebenfalls von einer Verwendung von Andorn absehen.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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