Bärentraube (lat. Arctostaphylos uva-ursi)

Bärentraube (lat. Arctostaphylos uva-ursi)

Bärentraube – die Pflanze

Die Bärentraube ist ein immergrüner kleiner Strauch, der durch seine roten Früchte und seine Blätter den ein oder anderen ein wenig an die Preiselbeerpflanze erinnern mag. Der Strauch hat elastische Zweige und ledrig wirkende Blätter, die eierförmig sind. Im Gegensatz zur Preiselbeere sind die Blätter der Bärentraube aber an der Unterseite nicht bräunlich gepunktet. Wenn die Bärentraube blüht, sind ihre Blüten weiß. Die Bärentraube ist übrigens auch untern den Namen Achelkraut oder Wolfstraube hierzulande bekannt. Die Bärentraube ist ein nordisches Gewächs und bereits im 13. Jahrhundert wussten Heiler ihre Wirkung geschickt zu nutzen.

Die Bärentraube gehört zu den Heidekrautgewächsen und ist über die ganze nördliche Erdhalbkugel verbreitet. Dort gedeiht sie besonders gut auf Heideböden, an sauren Standorten im Gebirge, aber auch in nordischen Tundren. Auch in den Alpen ist die Bärentraube zu finden.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Der Inhaltsstoff, der der Bärentraube ihre erwiesene Wirksamkeit bei Harnwegsinfektionen beschert, ist das sogenannte Arbutin mit seinen antibakteriellen Eigenschaften. Allerdings weist Arbutin selbst gar keine antibakteriellen Effekte auf. Erst im menschlichen Körper wird aus dem zunächst wirkungslosen Arbutin die eigentliche Heilsubstanz. Arbutin wird in diesem Fall in das leicht antibiotisch wirkende Hydrochinon umgewandelt. Dieses wirkt im Harn antibakteriell. Dafür muss der Harn allerdings leicht alkalisch sein, was durch die reichliche Zufuhr von pflanzlichen Lebensmitteln erreicht werden kann.

Auch die Gerbstoffe, die in der Bärentraube enthalten sind, wirken antibakteriell.

Anwendung

Die Blätter der Bärentraube gelten als ein wirksames Heilmittel gegen entzündliche Erkrankungen der ableitenden Harnwege und der Blase, Bärentraube kann aber auch gegen Durchfall helfen. Als eine Art „pflanzliches Antibiotikum“ wirken die Blätter der Bärentraube desinfizierend. Um diesen Effekt zu erzielen, ist allerdings eine hohe Dosierung notwendig, die mit dem Arzt abgesprochen werden sollte.

Zubereitung, Darreichungsformen und Dosierung

Für medizinische Zwecke werden getrocknete Blätter der Bärentraube verwendet. Ebenso existieren Zubereitungen aus frischen Blättern der Bärentraube. Die Bärentraube findet sich heute in Fertigarzneimitteln, sie kann aber auch in Form eines Tees verordnet werden. Eine Therapie mit der Bärentraube muss unbedingt mit einem Mediziner abgestimmt werden. Die Einnahme darf in keinem Fall länger als eine Woche und maximal vier bis fünfmal jährlich erfolgen.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter

Wirkstoffe

Phenolglykoside (Arbutin), Gerbstoffe

Anwendung

Entzündungen der ableitenden Harnwege

Hinweise

Nicht während Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen, nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet, nicht einzunehmen bei Leber- und Nierenerkrankungen.

Wissenswerte Hinweise

Patienten, die an Leber- oder Nierenerkrankungen leiden, sind von einer Therapie mi Bärentraube ausgeschlossen. Ebenso dürfen Schwangere und stillende Mütter eine Harnwegsinfektion auf keinen Fall mit Bärentraube-Zubereitungen therapieren. Auch für Kinder unter 12 Jahren ist die Einnahme dieser Heilpflanze nicht geeignet.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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