Bärlauch (lat. Allium ursinum)

Bärlauch (lat. Allium ursinum)

Bärlauch – die Pflanze

Der Bär galt bei alten Völkern als starkes und mächtiges Tier, kein Wunder also, dass man damals Pflanzen, in deren Namen der „Bär“ steckt, besonders zu schätzen wusste. Man glaubte sogar, durch ihren Verzehr Bärenkräfte zu entwickeln. Und so aßen schon die Kelten Bärlauch bevor sie in die Schlacht zogen!

Der Bärlauch wächst überall in den Wäldern Europas und verströmt dort einen knoblauchartigen Geruch.

Das Liliengewächs Bärlauch ist nicht nur schmackhaft und gesund, es ist auch eine der ältesten Heilpflanzen mit stärkenden Eigenschaften.

Der Bärlauch gilt hierzulande als eine Art kleiner Bruder des Knoblauchs und man spricht ihm ähnliche Heilwirkungen zu wie dem Ginkgo, denn wie dieser gehört der Bärlauch zu den Pflanzen, die es seit Jahrtausenden gibt.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Wirkstoffe im Bärlauch – vor allem seine ätherischen Öle aus Schwefelverbindungen und Flavonoiden – machen den Bärlauch zu einer pflanzlichen und damit ganz natürlichen Arznei aus dem heimischen Kräutergarten, die bei Verdauungsbeschwerden hilft. Die Ausscheidung der im Bärlauch enthaltenen ätherischen Öle wirkt sich darüber hinaus vielfältig positiv auf unsere Gesundheit aus. Der Bärlauch erweitert die Gefäße und beugt damit Gefäßerkrankungen und Bluthochdruck vor. Auch bei Appetitlosigkeit kann Bärlauch bzw. genauer gesagt können dessen Schwefelverbindungen helfen. Die Wirkstoffe des Bärlauchs sind keimhemmend und wirken gegen Bakterien und Viren.

Anwendung

Der Bärlauch hilft unserer Verdauung auf die Sprünge, reinigt unseren Magen und lindert so lästige Verdauungsbeschwerden.

Vor allem aber hat der Bärlauch starke vorbeugende Kräfte und kann – ähnlich wie sein Verwandter der Knoblauch – helfen, Arteriosklerose und Bluthochdruck zu vermeiden. Denn Bärlauch schafft es tatsächlich, das Zusammenklumpen der Blutplättchen zu verhindern und hält dadurch unsere Gefäße gesund.

Bärlauch kann sogar begleitend bei erhöhten Blutfettwerten eingesetzt werden.

Bärlauch ist zudem antibakteriell wirksam und damit ideal geeignet, um eine angeschlagene Darmflora zu regulieren. Er zerstört die schädlichen Erreger ohne dabei den nützlichen Bakterien des Darms zu schaden.

Darreichungsformen

Bärlauch kann man selber sammeln und er ist mittlerweile in unserer Küche so beliebt, das man ihn ganz einfach auf Märkten erstehen kann. Für medizinische Zwecke empfiehlt sich eine Tagesdosis von etwa 10 bis 15 Blättern, damit die ätherischen Öle, die im Bärlauch stecken, ihre gesundheitsfördernde Wirkung entfalten können. Inzwischen gibt es aber auch Fertigpräparate, die Bärlauch enthalten.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter

Wirkstoffe

Lauchöle, organische Schwefelverbindungen

Anwendung

erhöhte Blutfettwerte, Vorbeugung von Gefäßerkrankungen, Verdauungsbeschwerden

Hinweise

Die Tagesdosis von 10 – 15 Blättern sollte nicht überschritten werden, um eine Reizung des Magen-Darm-Trakts zu vermeiden.

Wissenswerte Hinweise

Bärlauch ist gut verträglich und darf von jedermann verzehrt werden. Lediglich wenn man ihn im Übermaße zu sich nimmt, kann er den Magen-Darm-Trakt vorübergehend reizen.

Und seien Sie wachsam, wenn Sie den Bärlauch frisch sammeln: Er sieht dem giftigen Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen recht ähnlich, so dass man immer zweimal hinschauen sollte.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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