Blutwurz (lat. Potentilla erecta)

Blutwurz (lat. Potentilla erecta)

Blutwurz – die Pflanze

Der Blutwurz wirkt auf den ersten Blick mit seinen kleinen gelben Blüten eher unscheinbar und lässt nicht erkennen, was für starke heilende Kräfte in der Wurzel dieser Pflanze, die zu den Rosengewächsen zählt, wohnen.

Der Name „Blutwurz“ kommt nicht von ungefähr, denn Blutwurz, genauer gesagt die Wurzel des Blutwurz‘, wurde schon vor Jahrhunderten dazu verwendet, Blutungen zu stillen. Schon im Altertum galt Blutwurz als eine Heilpflanze mit mächtigen Kräften, eine Zeit lang wurde der Blutwurz sogar als etwas wie ein universelles Heilmittel gehandelt, das Leiden jeder Art kurieren und sogar gegen die tödliche Pest helfen sollte. Blutwurz lässt sich leicht erkennen, wenn man seinen Stängel bricht – denn dieser färbt sich an der Bruchstelle sehr schnell blutrot.

Heute ist der Blutwurz, der sich von Europa über den Kaukasus bis nach Asien verbreitet hat, übrigens auch eine Heilpflanze, die in der Tierheilkunde eingesetzt wird. Blutwurz ist also nicht nur für den Menschen eine hilfreiche Pflanze, sondern kann auch Tiere kurieren.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Der Blutwurz verfügt über einen sehr hohen Anteil an Gerbstoffen. Die Gerbstoffe aus der Wurzel des Blutwurz haben entzündungshemmende, austrocknende und zusammenziehende Wirkung, so dass der Blutwurz zur Behandlung von oberflächlichen Wunden geeignet ist. Zudem verhindern Gerbstoffe das Wachstum von Keimen und Bakterien. Die zusammenziehende Wirkung, die der Blutwurz besitzt, kann auch bei Durchfall äußerst nützlich sein, denn so wirkt er stopfend und kann den großen Wasserverlust, der bei Durchfall droht, mindern.

Anwendung

Während der Blutwurz in früheren Zeiten besonders wichtig war, um Blutungen rasch zu stoppen und bei Wunden auch seine entzündungshemmenden und keimtötenden Wirkungen sehr hilfreich waren, wird er in der modernen Pflanzenheilkunde vor allem gegen Durchfall verwendet.

Denn Blutwurz ist reich an Gerbstoffen, die dabei helfen, die Darmschleimhaut zu schützen und den Wasserverlust, der bei Durchfall droht, zu mindern.

Darüber hinaus wirkt Blutwurz auch innerlich entzündungshemmend und kann Schmerzen und Krämpfe im Darmbereich lindern. Blutwurz hilft also auf sanfte und natürliche Weise und schädigt weder die Darmflora noch unsere Magenschleimhaut.

Eben weil sich Blutwurz so gut für die Behandlung von akuten Durchfallerkrankungen eignet, war er früher auch ein Heilmittel gegen die Ruhr, was Blutwurz den Beinamen „Ruhrwurz“ beschert hat.

Übrigens wird der Blutwurz volksmedizinisch auch bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum angewendet.

Darreichungsformen

Blutwurz lässt sich innerlich beispielsweise zur Unterstützung der Behandlung von Durchfallerkrankungen besonders gut in Form eines Tees anwenden. Für einen solchen Blutwurz-Tee kann man die Wurzel des Blutwurz‘ auch mit Kamillenblüten, Heidelbeeren und Schafgarbenkraut kombinieren. Ein bis drei Tassen am Tag von einem Tee, der Blutwurz enthält, können helfen, Durchfall und Verdauungsbeschwerden schneller zu lindern. Wenn sich der Durchfall allerdings nach drei Tagen nicht bessert, sollte immer ärztlicher Rat gesucht werden! Aber auch zum Gurgeln ist ein Tee aus Blutwurz geeignet, beispielswiese um eine Rachenentzündung zu lindern.

Auch äußerlich ist Blutwurz noch immer ein gutes Mittel zu Behandlung kleiner Wunden. Er kann in Form von Salbe oder als Tinktur einfach auf die betroffene Stelle aufgetragen werden.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Wurzel

Wirkstoffe

Gerbstoffe

Anwendung

Durchfallerkrankungen, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, oberflächliche Wunden

Hinweise

Die Behandlung von Durchfall bei Säuglingen gehört immer in ärztliche Hände. Selten kann Blutwurz empfindliche Mägen reizen und Erbrechen verursachen.

Wissenswerte Hinweise

Blutwurz kann man auch in Form einer Kur zur Darmreinigung anwenden. Hierfür trinkt man über einen Zeitraum von fünf bis sechs Wochen einfach einmal in der Woche eine Tasse Blutwurz Tee.

Eigentlich ist der Blutwurz eine gut verträgliche Pflanze von der keine Gegenanzeigen bekannt sind. Da es sich aber dennoch um eine Heilpflanze mit starker Wirkweise handelt, kann sie bei empfindlichen Menschen ab und zu den Magen reizen und sogar Erbrechen verursachen. Generell gilt: Wenn Babys unter Durchfall leiden, müssen sie immer von einem erfahrenen Arzt behandelt werden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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