Borretsch (lat. Borago officinalis)

Borretsch (lat. Borago officinalis)

Borretsch – die Pflanze

Ein echter Geheimtipp, was das Würzen von schmackhaften Gerichten mit Kräutern angeht, ist der Borretsch. Bekannt ist er besonders unter seinem Beinamen „Gurkenkraut“, denn seine Blätter erinnern im Geschmack an Gurken. Noch dazu ist dieses sogenannte Raublattgewächs auch bei uns zuhause und lässt sich problemlos im eigenen Garten anpflanzen – auch wenn der Borretsch eigentlich aus der Mittelmeerregion stammt.

Die blauen Blüten, die der Borretsch im Sommer trägt, sind äußerst schön anzusehen, weil sie nicht nur leuchten, sondern auch noch die Form von Sternen haben.

Aber nicht nur in der Küche lässt sich der Borretsch nutzen, Borago officinalis ist schon seit Jahrhunderten eine bewährte Heilpflanze, auch wenn er in der modernen Pflanzenheilkunst nur noch eine Nebenrolle spielt.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Es sind die Samen, die die heilenden Wirkstoffe des Borretsch‘ in sich haben. Denn im Öl der Borretschsamen stecken wertvolle Gamma-Linolensäuren, die vor allem bei trockener Haut und Hautkrankheiten wertvolle Dienste leisten können.

Anwendung

Der Borretsch kann bei der Behandlung von Beschwerden, die eine sehr sensible Haut verursacht, Hilfe leisten. Das fette Öl, das sich aus Borretsch gewinnen lässt, ist wirksam gegen Ekzeme und sehr trockene Haut und darum auch so hilfreich bei chronischen Hauterkrankungen wie Neurodermitis. Vor allem Kinder sind mittlerweile von dieser chronischen Hauterkrankung häufig betroffen und haben extrem unter den typischen Symptomen der Neurodermitis wie Juckreiz und schuppender Haut zu leiden. Öl aus Borretsch kann hier als rein pflanzliche Arznei unterstützend die Beschwerden lindern. Dem Tee aus Borretsch sagt man nach, dass er gegen Nervosität und Husten hilft.

Darreichungsformen

Besonders bewährt bei Neurodermitis hat sich die innerliche Anwendung von Borretsch in Form von Borretschöl. Ein Löffel des Borretschöls am Tag kann reichen, um die quälenden Symptome der Neurodermitis zu lindern. Zudem muss man das Borretschöl nicht pur einnehmen, sondern kann es einfach dem Essen beimischen.

Aus Borretsch lässt sich aber auch ein Tee zubereiten, den man für eine Kur einige Wochen täglich trinkt. Mit diesem Tee kann man auch Kompressen tränken, die man auf entzündete Hautbereiche legt. Die Zubereitung des Borretsch-Tees ist denkbar einfach: Eine Hand voll Borretschblätter wird mit kochendem Wasser übergossen und zieht anschließend für 10 Minuten.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter, Samen

Wirkstoffe

Gamma-Linolensäuren, Schleimstoffe, Gerbstoffe

Anwendung

Neurodermitis, Ekzeme

Hinweise

Borretsch sollte nur in Maßen verzehrt werden, da er leicht giftige Eigenschaften hat.

Wissenswerte Hinweise

Borretsch kann man im Mai und Juni sammeln um ihn entweder als Zutat in der Küche oder seine heilenden Wirkstoffe zu nutzen. Allerdings sollte man beim Sammeln von Borretsch aufpassen: er kann die Haut leicht reizen! Als Öl zur Behandlung von Neurodermitis ist Borretsch gut geeignet, verzehren sollte man ihn allerdings frisch nur in Maßen, da er einen Stoff enthält, der giftig auf unsere Zellen wirken kann. Darum spielt der Borretsch in der heutigen Pflanzenheilkunde auch eine weitaus geringere Rolle als noch zu Zeiten der alten Römer.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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