Brennnessel (lat. Urtica)

Brennnessel (lat. Urtica)

Brennessel – die Pflanze

Dass die Brennnessel tatsächlich „brennt“, wenn man mit ihr in Berührung kommt ist nur allzu gut bekannt. Darüber hinaus ist die Brennnessel aber auch eine Pflanze mit heilender Wirkung.

Die große Brennnessel (lat. Urtica dioica) kann bis zu 1,5m hoch werden und begegnet uns häufig an Wegrändern und auf Wiesen. Die kleine Brennnessel (lat. Urtica urens) bringt es allerdings nur auf etwa 50cm. Beide sind leicht an ihren grob gezähnten, hellgrünen Blättern zu erkennen.

Es sind eben diese Blätter, die einen Stoff enthalten, der bei Berührung mit der Haut zu Juckreiz und sogar Quaddel-bildung führt.

Die Brennnessel zählt übrigens zur Gattung der Brennnesselgewächse und darf getrost als echter pflanzlicher Kosmopolit bezeichnet werden, denn sie ist auf der ganzen Welt zuhause. Sie gedeiht hervorragend an Wegrändern, auf Wiesen und Lichtungen in Wäldern. Und obwohl sie häufig als Unkraut bezeichnet wird und Gärtnern ein Dorn im Auge ist, ist sie eine traditionelle Heilpflanze.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Brennnessel ist reich an Vitamin C und dem Provitamin A und schon durch ihren Verzehr – beispielsweise in einer Suppe oder als Salat – gut für die Gesundheit. Wirksame Bestandteile der Brennnessel sind darüber hinaus Mineralsalze, Gerbstoffe, Magnesium, Eisen und ätherische Öle. Zudem enthält die Brennnessel Histamin und Serotonin.

Anwendung

Die Heilkraft der Brennnessel kann bei verschiedenen Erkrankungen helfen. Sie wirkt blutreinigend und harntreibend. In früheren Zeiten galt sie als blutbildendes Mittel, das bei Erkrankungen der Gallenwege verwendet wurde. Heute wird sie bei Entzündungen der Harnwege zu einer Durchspülungstherapie genutzt. Ein weiteres modernes Anwendungsgebiet der Brennnessel sind rheumatische Beschwerden. Denn die Brennnessel bzw. ihr Kraut verfügt über eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung, die sich vorzüglich für die Therapie von rheumatisch bedingten Muskel- und Gelenkbeschwerden nutzen lässt.

Das Kraut der Brennnessel kann aber auch eingesetzt werden um Nierengrieß vorzubeugen bzw. diesen auszuschwemmen.

Wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass auch bei Prostataleiden die Brennnessel helfen kann. Zubereitungen aus ihrer Wurzel haben nämlich eine günstige Wirkung, wenn Patienten an einer gutartigen Prostatavergrößerung leiden, die zu Beschwerden beim Wasserlassen führt.

Eine Therapie mit Extrakten der Brennnessel Wurzel bei Prostataleiden sollte selbstverständlich mit dem behandelnden Facharzt abgestimmt sein.

Zubereitung & Darreichungsformen

Mittlerweile existiert eine große Zahl an Fertigpräparaten, die Bestandteile der Brennnessel enthalten. So gibt es beispielsweise Kapseln mit Brennnessel-Extrakt und darüber hinaus Arzneimittel aus den Wurzeln der Brennnessel, die in Form von Kapseln, Tabletten oder Tropfen erhältlich sind.

Aber auch die eigene Herstellung von frischen Brennnessel-Tee ist einfach. Man kann diesen sowohl aus den fein geschnitten Blättern der Brennnessel zubereiten als auch aus ihren Wurzeln. Zur äußeren Anwendung ist eine Brennnessel Tinktur zu empfehlen. Denn die Brennnessel Tinktur, zu einem Haarwasser zubereitet, ist ein hilfreiches Hausmittel, das bei fettendem Haar helfen kann. Da die Brennnessel je nach Anwendungsgebiet individuell dosiert werden muss, sollte vor der Verwendung der Rat vom Experten – dem Arzt oder Apotheker – eingeholt werden.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Kraut, Wurzel

Wirkstoffe

Flavonoide, Histamin, Lecithine, Polysaccaride

Anwendung

Bei entzündlichen Erkrankungen der Harnwege (zur Durchspülung), rheumatischen Erkrankungen, gutartigen Vergrößerungen der Prostata

Hinweise

Die Brennnessel ist auch zum Verzehr geeignet, beispielsweise als Suppe oder Salat.

Wissenswerte Hinweise

Die Brennnessel sollte nicht verwendet werden, wenn Sie unter Ödemen (Wassereinlagerungen im Gewebe als Folge einer Herz- oder Nierenschwäche) leiden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben.
Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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