Chinarindenbaum (lat. Cinchona)

Chinarindenbaum (lat. Cinchona)

Chinarindenbaum – die Pflanze

Der Chinarindenbaum hat einen festen Platz in der Geschichte der Heilpflanzenkunde. Schon seit die Klostergärten in unseren Breiten anfingen eine sehr wichtige Rolle in der Heilkunde zu spielen, war der Chinarindenbaum eine geheimnisvolle Heilpflanze, der eine starke Wirkung bei Schmerzen und Fieber zugesprochen wurde und die als sehr kostbar und schwer zu bekommen galt. Schon vor Jahrhunderten verwendeten auch die Indianer den bei Ihnen beheimateten Chinarindenbaum um Malaria zu behandeln.

Der Chinarindenbaum wächst in Südamerika und wird heute in Indien kultiviert, er zählt zu den sogenannten Rötegewächsen. Er ist ein Baum von stattlicher Größe und trägt dichtes Laub.

Erfahren Sie mehr über die Chinarinde in unserem Video

Wirk- und Inhaltsstoffe

Hauptwirkstoffe des Chinarindenbaums sind die Alkaloide Chinin und Chinidin, die schmerzstillende Eigenschaften besitzen. Der Chinarindenbaum enthält darüber hinaus weitere wertvolle Wirkstoffe wie Gerb- und Bitterstoffe. Chinin fördert nicht nur die Magensaft- und die Speichelproduktion, Chinin ist auch fiebersenkend. Als besonders wertvoll hat sich das Chinin bei der Behandlung von Muskelkrämpfen und speziell Wadenkrämpfen erwiesen, die krampflösenden Eigenschaften des Chinins spielen daher auch eine Rolle in der Sportmedizin.

Anwendung

Ähnlich wie die auch bei uns beheimatete Weidenrinde, ist der Chinarindenbaum zur Behandlung von Schmerzen geeignet und kann teilweise chemisch-synthetisch hergestellte Schmerzmittel ersetzen. Chinarindenbaum, genauer gesagt der isolierte Naturstoff Chinin aus der Rinde des roten Chinarindenbaums (Chinona pubescens) hat sich hervorragend zur Behandlung von krampfartigen Muskelbeschwerden bewährt. Wenn uns nachts schmerzhafte Wadenkrämpfe heimsuchen, kann Chinin schnell helfen, die betroffenen Muskelareale zu entkrampfen.

In der Volksmedizin wurde der Chinarindenbaum auch als Mittel gegen die Grippe und bei Fieber verwendet, seine Wirkung auf diesem Gebiet ist aber nicht nachgewiesen.

Darüber hinaus wird die Chinarinde wegen ihres Gehalts an Bitterstoffen auch zur Behandlung bestimmter Verdauungsbeschwerden eingesetzt.

Übrigens wird die Rinde des gelben Chinarindenbaumes auch anderweitig verwendet – das aus ihr gewonnene Chinin findet Einsatz in der Lebensmittelindustrie und wird beispielsweise für Tonic Water verwendet.

Darreichungsformen

Von der Verwendung „frischer“ Chinarinde ist abzuraten, das in ihr enthaltene Chinin kann starke Nebenwirkungen haben. Wesentlich besser zur Behandlung von Wadenkrämpfen und Muskelschmerzen sind Fertigarzneimittel mit Chinin aus der Apotheke. Hier können Sie sicher sein, dass die Dosis angemessen ist.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Rinde

Wirkstoffe

Chinolinalkaloide (Chinin), Bitterstoffe, Gerbstoffe

Anwendung

Wadenkrämpfe, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Fieber, Verdauungsstörungen

Hinweise

Nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit verwenden. Nur in Form von Fertigarzneien zur Behandlung geeignet.

Wissenswerte Hinweise

Chinarinde kann falsch angewendet leicht Fieber und allergische Reaktionen auslösen. Sie sollte nicht in Reinform verwendet werden, sondern nur in Form von Fertigpräparaten. Chinarinde darf nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit verwendet werden. Vor der Einnahme von Präparaten, die Chinarinde enthalten, empfiehlt sich die Rücksprache mit dem Apotheker.

Weitere Informationen zu Anwendungsgebieten des Chinarindenbaum finden Sie auf der Seite www.muskeln-gelenke.de

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.

Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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