Eibisch (lat. Althaea officinalis)

Eibisch (lat. Althaea officinalis)

Eibisch – die Pflanze

Der Eibisch, der im Hochsommer so hübsch anzusehende, rosafarbige Blüten trägt, ist bei uns – wild wachsend – zu einer Seltenheit geworden und darf nicht gepflückt werden. Weil das stattliche Malvengewächs aber bis heute eine Heilpflanze von wichtigem Stellenwert ist, wird der Eibisch in einigen Ländern Europas kultiviert. Der Eibisch ist aufgrund des wertvollen Pflanzenschleims eine sehr weiche Pflanze mit filzigen Blättern, die sich wie Samt anfühlen, wenn wir darüberstreichen.

Schon seit der Antike nutzt man die heilenden Kräfte, die in der Wurzel des Eibischs stecken für arzneiliche Zwecke. Weil in der Wurzel des Eibischs besonders viele heilende Stoffe sitzen, bekam der Eibisch den treffenden Beinamen „Heilwurz“.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Der Eibisch ist eng verwandt mit der ebenso heilsamen Malve. Doch im Eibisch steckt ein noch höherer Gehalt an wirkvollen Schleimstoffen als in der Malve. Und genau dieser Pflanzenschleim macht den Eibisch so wirksam, denn er lindert Schleimhaut- und Hautentzündungen und kann bei Verdauungsbeschwerden helfen.

Anwendung

Ähnlich wie bei der Wilden Malve werden auch die Schleimstoffe des Eibisch arzneilich vor allem genutzt, um Entzündungen der Schleimhäute zu behandeln. Eibisch kann verwendet werden um akute Atemwegserkrankungen zu therapieren. Eibisch hilft bei Husten und Heiserkeit und kann Entzündungen im Mund- und Rachenraum lindern. Eigentlich ist eine Behandlung mit Eibisch immer dann angezeigt, wenn er dafür von Nutzen ist, dass sich sein reizlindernder Schleim wohltuend über entzündete Schleimhäute legt, daher kann Eibisch auch bei einer Reizung im Magen-Darm-Bereich lindernd wirken.

Aber auch bei Hautproblemen ist der Eibisch ein geeignetes Mittel, beispielsweise um rissige Haut oder Ekzeme zu behandeln.

Darreichungsformen

Aus der Eibischwurzel lässt sich ein Tee zubereiten, der bei Entzündungen der Schleimhäute hilft. Man kann einen Tee mi Eibisch vorzüglich nutzen, um Halsschmerzen, Reizhusten oder eine entzündete Magenschleimhaut zu kurieren. Allerdings darf man die Eibischwurzel nicht kochen, denn sonst wird sie zu schleimig.

Eibisch ist auch in einigen Fertigarzneimitteln enthalten etwa in Hustensirup und Hustenbonbons.

Weil er so gut zu unserer Haut ist, wird Eibisch übrigens auch in der Kosmetikindustrie genutzt und ist in einigen Cremes enthalten.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Wurzel

Wirkstoffe

Schleimstoffe, Zucker, Pektin, Stärke

Anwendung

Reizhusten, Entzündungen im Mund- und Rachenraum, Entzündungen der Magenschleimhaut

Hinweise

Diabetes-Patienten sollten wegen des Zuckergehalts in der Eibischwurzel vor einer Verwendung Rücksprache mit einem Arzt halten.

Wissenswerte Hinweise

Weil der Eibisch keine bekannten Nebenwirkungen hat, gut verträglich ist und teilweise sogar schneller wirken kann als chemisch-synthetische Arzneimittel ist er besonders für die Behandlung von Husten bei Kindern zu empfehlen.

Patienten, die unter Diabetes leiden, sollten allerdings vor einer Behandlung mit Eibisch Rücksprache mit einem Arzt halten, ob und wie sie die heilenden Kräfte des Eibisch nutzen dürfen.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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