Eiche (lat. Quercus)

Eiche (lat. Quercus)

Eiche – die Pflanze

Sie gilt als „Königin der Bäume“ – die Eiche. Denn der majestätische Baum wird bis zu 45 Meter hoch und kann mehr als 1000 Jahre alt werden. Allein das stattliche Äußere der Eiche lässt vermuten, welch starken Kräfte dieser Baum besitzt. Die mächtige Eiche, deren Wurzeln tief ins Erdreich dringen, strahlt schon ein Gefühl von Kraft und Stärke aus, wenn man sich nur an ihren starken Stamm lehnt.

Die Eiche lässt sich leicht an ihren charakteristisch geformten Blättern und ihren Früchten – den Eicheln – erkennen. Eine nahe Verwandte der mächtigen Stieleiche (lat. Quercus robur), die ebenfalls über heilende Wirkstoffe verfügt, ist die Traubeneiche (lat. Quercus petraea). Beide Eichenarten sind seit Langem bekannte Arzneipflanzen und schon im Mittelalter wurden Teile der Eiche zur Behandlung verschiedener Erkrankungen wie etwa Hautkrankheiten verwendet.

Und noch heute nehmen beide Eichenarten einen wichtigen Platz in unserem reichen Schatz an Heilpflanzenwissen ein.

Ihre Heimat hat die Eiche übrigens sowohl in Europa als auch in Klein-Asien und dem Kaukasus.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Was aber bewirkt die heilende Kraft der Eiche bei Hauterkrankungen, Geschwüren und Entzündungen? Es ist die überaus hohe Konzentration an Gerbstoffen, die in der Rinde und den Blättern der Eiche sitzen. Durch diese Gerbstoffe wirken Eichenpräparate auf Haut und Schleimhäute zusammenziehend und entzündungshemmend, denn sie wirken gegen Bakterien.

Neben der großen Menge an Gerbstoffen verfügt junge Eichenrinde über sogenannte Flavonoide, die ebenfalls für ihren entzündungshemmenden Effekt bekannt sind.

Anwendung

Zubereitungen, die die wertvollen Inhaltsstoffe der Eiche enthalten, sind also auch heute noch ein äußerst beliebtes und wirksames Mittel zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen. Noch dazu ist die Eiche ausgesprochen gut verträglich.

Auch bei oberflächlichen Wunden, Geschwüren und Abszessen, nässenden Ekzemen und sogar bei Frostbeulen kann die Eiche mit ihrer Heilkraft helfen, Beschwerden zu lindern.

Damit aber nicht genug. Der „Wunderbaum“ ist auch bei der übermäßigen Produktion von Fußschweiß hilfreich.

Die Eichenrinde hat also nicht nur die Kraft, unsere Wundheilung zu fördern, sie kann auch von Innen wirken und zur Therapie von Durchfallerkrankungen verwendet werden, weil sie eine „stopfende“ Wirkung besitzt. Leider ist der Geschmack von frischen Eichenrindentee nicht jedermanns Sache – er ist überaus bitter.

Darreichungsformen

Eichenrinde kann innerlich in Form eines Tees bei Durchfall eingenommen werden Zudem lässt sich Eichenrindentee wunderbar zum Gurgeln verwenden, etwa wenn das Zahnfleisch entzündet ist. Eichenrindentee kann man aber auch äußerlich anwenden. Umschläge oder auch Bäder, die Eichenrinde enthalten, können Ekzeme und andere Entzündungen der Haut lindern. Für die äußerliche Anwendung haben sich zudem Tinkturen bewährt. Allerdings sollten Bäder und Umschläge, die Eiche enthalten, niemals länger als zwei Wochen angewendet werden, denn der Eichenrindensud hatte eine stark austrocknende Wirkung auf die Haut.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Rinde der Eiche

Wirkstoffe

Gerbstoffe

Anwendung

entzündliche Erkrankungen der Haut wie Ekzeme und Abszesse, Hämorrhoiden, Zahnfleischentzündungen, Durchfall

Hinweise

Eichenrindensud nie länger als ein bis zwei Wochen anwenden. Eine Verwendung während Schwangerschaft und Stillzeit ist ausgeschlossen.

Wissenswerte Hinweise

Zubereitungen aus Eichenrinde dürfen nicht während der Schwangerschaft und der Stillzeit angewendet werden. Wenn Durchfälle bei Säuglingen und Kleinkindern auftreten, sollten diese grundsätzlich von einem Arzt behandelt werden. Im Allgemeinen ist bei der Dosierung von Arzneien, die Eiche enthalten, Vorsicht geboten. Denn durch ihren hohen Gerbstoffanteil, der sie zu einem solch starken Heilmittel macht, kann die Eiche bei Überdosierung giftig sein. Um nicht Gefahr zu laufen, den Magen zu reizen, Schleimhautentzündungen zu verursachen oder gar bei übermäßiger Dosierung Erbrechen auszulösen, sollte die Einnahme und die Dosierung von Präparaten, die Eiche enthalten, mit einem Fachkundigen abgestimmt werden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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