Gelber Enzian (lat. Gentiana lutea)

Gelber Enzian (lat. Gentiana lutea)

Enzian – die Pflanze

In leuchtendes Gelb taucht der gelbe Enzian die Wiesen der Alpengebirge. Doch der Enzian ist nicht nur eine ins Auge fallende Pracht, seit mehr als tausend Jahren wissen die Menschen um die Heilkräfte der „bitteren Medizin“, die sich aus dem gelben Enzian gewinnen lässt und verwendeten ihn unter anderem bei Verdauungsbeschwerden.

Der stolze Enzian, der unsere Bergwiesen verschönert, kommt frühestens nach vier Jahren zum ersten Mal zur Blüte. Heute steht er auf der Liste gefährdeter Arten und steht unter strengem Naturschutz.

Denn der gelbe Enzian, der allgemein zur Familie der Enziangewächse zählt, wächst nur auf den Bergwiesen der Ost- und Westalpen.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Das alte Sprichwort „Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund“ passt haargenau auf den Enzian. Denn was dem gelben Enzian seine heilenden Kräfte bei Magen- und Verdauungsbeschwerden aber auch bei Appetitlosigkeit verleiht, ist seine hohe Konzentration an Bitterstoffen. Die Wurzel des gelben Enzian ist sozusagen das Bitterste aller Bittermittel.

Anwendung

Die Bitterstoffe, die sich in der Wurzel des gelben Enzians befinden und die in Enzianzubereitungen eingesetzt werden, wirken anregend auf den Speichelfluss und den Magensaft. Dadurch verstärkt sich bei der Einnahme von Enzian die Magen-Darm-Bewegung, so dass auf ganz natürliche Weise eine bessere Verdauung von Speisen gefördert wird. Der gelbe Enzian ist also ein natürliches Heilmittel, das Beschwerden wie Völlegefühl und Magenträgheit lindern kann. Betroffene, die häufig ungenügend Magensaft produzieren und unter Magendruck, Blähungen und Aufstoßen leiden, kann durch die Einnahme von Enzianzubereitungen geholfen werden.

Gelber Enzian ist eine an sich gut verträgliche Heilpflanze, darf aber nicht bei Magengeschwüren angewendet werden. Generell ist zu empfehlen, Dosierung und Dauer der Einnahme mit dem Arzt zu besprechen.

Darreichungsformen

Gelber Enzian, der im Volksmund auch Bitterwurz genannt wird, findet sich heutzutage nicht nur in Form von Tees, sondern es gibt die Extrakte des Enzians auch als Kapseln und Tinkturen. Tee aus der Enzianwurzel kann als Aufguss zubereitet werden, indem man die getrocknete Wurzel mit heißem Wasser übergießt und anschließend fünf Minuten ziehen lässt.

Auch in bestimmten fertig käuflichen Kombinationspräparaten, die mehrere Heilpflanzen enthalten, ist der wertvolle Enzian enthalten

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Wurzel

Wirkstoffe

Bitterstoffe

Anwendung

Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen Reizmagen, Völlegefühl

Hinweise

Eine Verwendung während Schwangerschaft und Stillzeit ist ausgeschlossen; Patienten, die unter Magen-und Darmgeschwüren leiden oder Bluthochdruck haben, dürfen gelben Enzian nicht einnehmen.

Wissenswerte Hinweise

Aus dem gelben Enzian wird sogar Schnaps gebrannt. Dieser enthält allerdings nur wenig Bitterstoffe und hat als Grundlage einen speziellen Zucker, der in der Enzianwurzel sitzt.

Wichtig zu wissen ist zudem, dass Enzian nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden darf und er nicht geeignet ist für Personen, die an Bluthochdruck, Magen- und Darmgeschwüren oder Allergien gegen Bitterstoffe leiden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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