Gänsefingerkraut (lat. Potentilla anserina)

Gänsefingerkraut (lat. Potentilla anserina)

Gänsefingerkraut – die Pflanze

Besonders Frauen wussten schon in früheren Zeiten das Gänsefingerkraut zu schätzen, denn die „Krampflindernde“ half bei schmerzhaften Regelblutungen schon im Mittelalter und wurde schon damals in Milch aufgekocht eingenommen. Dass das Gänsefingerkraut den Ärzten der Antike nicht geläufig war, liegt wohl daran, dass Potentilla anserina eine Pflanze des Nordens ist und in der Mittelmeerregion nicht zu finden war. Gänsefingerkraut ist heute auf der gesamten Nordhalbkugel verbreitet und wird häufig als Unkraut verpönt. Denn wo es einmal wächst, nimmt es schnell große Flächen ein und überzieht Äcker und Wegrändern mit dem zarten Gelb seiner Blüten. Gänsefingerkraut lässt sich leicht an seinen gesägten, lappenartigen Blättern erkennen, die aus dem Boden sprießen.

Man kann übrigens die Wurzeln dieses unscheinbaren, aber wirksamen Krauts auch kochen und als Gemüse essen.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Den Wirkstoffen des Gänsefingerkrauts, einer Kombination aus Gerbstoffen, Flavonoiden und Phenolcarbonsäuren, kommen medizinisch gesehen in erster Linie krampflösende Eigenschaften zu. Darüber hinaus hat Gänsefingerkraut eine entspannende und beruhigende Wirkung. Darum ist es auch heute noch als pflanzliches Mittel gegen Menstruationsbeschwerden so gut geeignet

Anwendung

Gänsefingerkraut hat sich bei Menstruationsschmerzen  besonders bewährt. Hier kann es helfen qualvolle Krämpfe zu lindern, denn es entspannt die glatte Muskulatur der Gebärmutter. Damit zählt Gänsefingerkraut zu der Reihe von Heilpflanzen, die bei Frauenleiden helfen. Neben dem Gänsefingerkraut werden übrigens auch die heilenden Wirkstoffe der Schafgarbe und der Kamille als natürliche Heilmittel bei Menstruationsbeschwerden genutzt.

Durch seine krampflösende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung wird Gänsefingerkraut auch für eine große Zahl anderer Beschwerden, bei denen krampfartiger Schmerzen auftreten, verwendet. Denn nicht nur bei Periodenbeschwerden wirkt das Gänsefingerkraut, sondern auch bei Darmkrämpfen kann es erfolgreich eingesetzt werden.

Darreichungsformen

Bekannt ist die sogenannte Krampfmilch, für die man Gänsefingerkraut in Milch aufkocht. Sie hilft bei Periodenkrämpfen und kann auch bei Magenkoliken getrunken werden. Besonders wirksam bei Menstruationsschmerzen kann eine Tee-Zubereitung sein, die neben Gänsefingerkraut auch Kamille und Schafgarbe enthält. Es wird empfohlen, diesen Tee schon vor dem Beginn der Monatsregel regelmäßig zu trinken. Man kann das Gänsefingerkraut aber auch in Form einer Tinktur verwenden und bei Krämpfen mehrmals täglich etwa zwanzig Tropfen einnehmen.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter, Blüten

Wirkstoffe

Gerbstoffe, Flavonoide, Phenolcarbonsäuren

Anwendung

Schmerzhafte Menstruationsblutungen, Durchfall

Hinweise

Bei starken und länger anhaltenden Krämpfen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Wissenswerte Hinweise

Gänsefingerkraut findet sich heute als Heilmittel bei Menstruationsbeschwerden wieder in vielen „Hausapotheken“. Bei sehr starken Beschwerden ist es aber ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Teilweise wird Gänsefingerkraut auch für die Behandlung von Durchfall eingesetzt. Auch hier gilt: Lassen die Beschwerden nach drei Tagen nicht nach, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf. Gänsefingerkraut kann zudem die Beschwerden, die für einen Reizdarm typisch sind, verstärken.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.

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