Galgant (lat. Alpinia officinarum)

Galgant (lat. Alpinia officinarum)

Galgant – die Pflanze

Der wohl eher unbekannte Galgant stammt aus der Familie der Ingwergewächse und wie der Ingwer selbst wird seine Wurzel als Gewürz aber auch als Heilpflanze genutzt. Schon Hildegard von Bingen lobte den Galgant und seine Heilkräfte.

Galgant ist in den tropischen Regionen Asiens zuhause, wo er auch kultiviert wird. Denn besonders aus der asiatischen Küche ist Galgant nicht wegzudenken. Er schmeckt ein wenig wie Ingwer, passt aber nicht zu Süßem. Bei uns bekommt man eigentlich nur die Galgantwurzel zu sehen. Dabei sind die oberirdischen Teile des Galgants sehr schön anzusehen und seine Blüten erinnern wohl ein wenig an die der bekannten Lilie.

Seit vielen Jahrhunderten spielt Galgant eine Rolle in der asiatischen Medizin, hier wurde man seiner Heilwirkung besonders bei Magenbeschwerden allerdings erst im Mittelalter gewahr.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Für die moderne Heilkunde spielen vor allem die Bitterstoffe und Flavonoide des Galgant‘ eine wichtige Rolle. Denn sie wirken stimulierend auf unsere Magen- und Gallensaftproduktion und helfen dadurch bei Verdauungsbeschwerden. Zudem besitzt Galgant dank seiner Scharfstoffe auch entzündungshemmende Eigenschaften.

Anwendung

Galgant kann quälende Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen lindern, darin ist er seinem Verwandten – dem Ingwer – nicht unähnlich.

Aber auch bei Appetitlosigkeit kann Galgant helfen, dass wir wieder Lust auf Essen bekommen und uns stärken können.

Auch gegen Fieber kann Galgant eingesetzt werden. Zudem ist Galgant gut für unsere Abwehrkräfte und kann vorbeugend eingenommen werden.

In der Volksmedizin genießt Galgant auch einen guten Ruf zur unterstützenden Behandlung von Herzkrankheiten.

Darreichungsformen

Galgant eignet sich hervorragend zum Würzen und macht auf diese Weise Gerichte leichter bekömmlich. Besonders in Thailand wird die frische Galgantwurzel sehr viel verwendet. Aus Galgant lässt sich einfach ein wohltuender Tee selbst herstellen, indem man ihn zusammen mit Wasser ansetzt und kocht. Leider etwas aufwendig, denn der Tee braucht mindestens eine halbe Stunde. Einfacher ist da die Einnahme von Fertigpräparaten, denn bei uns ist Galgant in vielen Magenbittern enthalten, er findet sich aber auch im Melissengeist, der traditionellen Naturarznei aus dreizehn Heilpflanzen. Auch in dieser Form kann Galgant erfolgreich zur Behandlung von Magen- und Darmbeschwerden eingesetzt werden.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Wurzel

Wirkstoffe

ätherisches Öl, Gerbstoffe, Gingerole, Flavonoide

Anwendung

Magenschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit

Hinweise

Bei einem Magen-Darm-Geschwür ist Galgant nicht geeignet.

Wissenswerte Hinweise

Galgant ist äußerst bekömmlich, da er aber die Magen- und Gallensekretion anregt, sollten Patienten mit Magen-Darm-Geschwüren Galgant nicht pur verwenden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer. Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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