Heidelbeere (lat. Vaccinium myrtillus)

Heidelbeere (lat. Vaccinium myrtillus)

Heidelbeere – die Pflanze

Besonders köstlich schmeckt die Heidelbeere zum Beispiel in süßer Marmelade. Doch die Früchte, die der Heidelbeerstrauch trägt, sind nicht köstliches Nahrungsmittel, in ihnen stecken auch Wirkstoffe, die Verdauungsbeschwerden und Entzündungen lindern können.

Und so war der in Europa beheimatete Strauch aus der Familie der Heidekrautgewächse in der Volksmedizin schon früher eine bewährte Heilpflanze vor allem in Regionen, wo sie verbreitet wuchs. Auch wenn die Heidelbeere den großen Heilkundigen der alten Griechen und Römer wohl nicht bekannt war, in Europa wird sie schon lange und bis heute als pflanzliche Arznei genutzt.

Darüber hinaus ist die Heidelbeere natürlich so bekannt und beliebt, weil sie häufig bei der Zubereitung leckerer Kuchen und Muffins nicht fehlen darf und weil man aus ihr sogar Wein herstellen kann, der bei Kennern beliebt ist.

Aufgrund der tiefdunklen Blaufärbung der Früchte wird die Heidelbeere übrigens auch Blaubeere und Schwarzbeere genannt.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Heidelbeeren sind reich an Gerbstoffen, enthalten aber auch Fruchtsäuren und Flavonoide. Mal abgesehen von diesen Wirkstoffen: Heidelbeeren sind reich an Vitamin C, das bekanntlich sehr wichtig für unser Immunsystem ist. Ihre Gerbstoffe sind es, die ihr eine entzündungshemmende Wirkung verleihen, diese Stoffe wirken auch leicht antibakteriell. Zudem enthalten Heidelbeeren Myrtillin, der ihnen die blaue Farbe verleiht und zusätzlich das Wachstum unerwünschter Bakterien hemmt.

Anwendung

Vor allem in der Volksmedizin ist die Heidelbeere schon lange ein Volksmittel, das sehr geschätzt wird. Sie wurde zur Behandlung von Durchfall und Ruhr aber auch bei Blasenentzündungen eingesetzt.

Aber auch heute kann die Heidelbeere, die wir vor allem als Vitamin C Lieferant kennen, bei Durchfall helfen.

Auch bei Entzündungen im Rachenraum kann die Heidelbeere – beispielsweise in Form von getrockneten Heidelbeerfrüchten- helfen, Schmerzen und Beschwerden zu lindern.

Darreichungsformen

Natürlich kann man die Heidelbeere beziehungsweise ihr Früchte einfach frischverzehren. Getrocknet enthalten sie noch immer ihre wichtigen heilenden Stoffe, sind aber länger haltbar und in Form von Marmelade schmecken sie einfach nur köstlich. Auch die Blätter der Heidelbeere sind verwendbar und werden in einigen fertig käuflichen Teemischungen angeboten. In diesen sind sie auch unbedenklich, ein Tee aus frischen Heidelbeeren hingegen ist dauerhaft nicht unbedingt gesund, weil hier zumeist die leicht giftigen Stoffe der Heidelbeerblätter enthalten sind!

Die heilenden Extrakte der Heidelbeere finden aber auch Einsatz in Fertigpräparaten, die sich leicht in Kapselform einnehmen lassen. In dieser Form kann der Heidelbeer-Extrakt einen positiven Effekt auf die Netzhaut unseres Auges haben.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Früchte, Blätter

Wirkstoffe

Gerbstoffe, Flavonoide, Iridoide, Kaffeesäuerederivate

Anwendung

Durchfall, Entzündungen des Rachenraums

Hinweise

Die Blätter der Heidelbeere nicht selbst zubereiten. Durchfallerkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern müssen grundsätzlich von einem Arzt behandelt werden.

Wissenswerte Hinweise

Wie die meisten Heilpflanzen ist auch bei der Heidelbeere die Dosierung wichtig. Man sollte sie nie im Übermaße verwenden. Auch wenn die Heidelbeere die Behandlung von Durchfallerkrankungen unterstützen kann – bei Durchfall von Säuglingen und Kleinkindern sollten Sie besser einen Arzt aufsuchen.

Auch die Blätter der Heidelbeere sind wegen ihres hohen Gerbstoffgehalst wirksam in Teezubereitungen. Diese sollten aber nicht selbst zubereitet sondern in Form von Fertigteemischungen verwendet werden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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