Hopfen (lat. Humulus lupulus)

Hopfen (lat. Humulus lupulus)

Hopfen – die Pflanze

„Hopfen und Malz – Gott erhalt‘s“ – beim Hopfen kommt vielen wohl zu allererst ein wohlschmeckendes Bier in den Sinn. Aber Hopfen ist nicht nur essentielle Zutat für das beliebte schäumende Brauwasser, sondern auch eine wertvolle Heilpflanze von Mutter Natur.

Der Echte Hopfen (Humulus lupulus) eignet sich nämlich zur Behandlung von Unruhezuständen und Schlafstörungen und muss nicht zwangsläufig in Form eines Biers genossen werden.

Beim Hopfen handelt es sich übrigens um Rankengewächs, das sich an Gehölzen empor rankt. Der Hopfen ist in Europa beheimatet und zählt botanisch gesehen zur Gattung der Hanfgewächse. Wild wachsend liebt der Hopfen Flussniederungen und Auen, aber auch Hecken und Gebüsche.

Natürlich wird Hopfen auch in unserer Heimat im großen Maßstab angebaut. In der Hallertau und der Bodenseeregion ist die Landschaft vom Hopfenanbau geprägt. Allerdings wird der größte Teil des Hopfens nicht für medizinische Zwecke kultiviert, sondern er dient dazu, dem hiesigen Bier sein Aroma und den typischen Geschmack zu verleihen.

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Wirk- und Inhaltsstoffe

Im Hopfen, genauer gesagt in den Drüsenschuppen der Hopfenzapfen, sitzen Bittersäuren, ätherisches Öl, Gerbstoffe, Flavonoide und Phloroglucinole. Während der Hopfenlagerung entsteht aus den Bitterstoffen des Hopfens ein Produkt, das sedierende, also leicht betäubende, Eigenschaften besitzt. Zwar wussten schon Heilende im Mittelalter von den beruhigenden Eigenschaften, die dem Hopfen inne wohnen, dennoch hat auch die moderne Wissenschaft bis dato nicht herausgefunden, welche genaue Kombination aus Inhaltsstoffen des Hopfens für diese wohltuende Wirkung verantwortlich sind.

Anwendung

Die Einnahme von Präparaten, die Hopfen enthalten, hat sich bei Schlafstörungen und nervösen Unruhezuständen bewährt. Aber auch Angstzustände und nervöse Reizbarkeit können durch die Kräfte des Hopfens gelindert werden. Denn Hopfen wirkt beruhigend und entspannend, teilweise auch krampflösend und kann so auf natürliche und sanfte Weise beispielsweise den Schlaf fördern.

Darüber hinaus können die im Hopfen enthaltenen Bitterstoffe dazu beitragen, die Verdauung zu fördern und nervöse Magenleiden zu bekämpfen.

Darreichungsformen

Hopfen gibt es häufig in Kombination mit anderen beruhigend wirkenden Arzneipflanzen wie etwa Baldrian. Diese sind in Apotheken und Drogerien erhältlich. Der Trockenextrakt des Hopfens ist in speziellen Präparaten in Tabletten- oder Kapselform erhältlich. Besonders wohltuend kann auch ein Tee mit Hopfen sein. Dieser lässt sich selbst herstellen, indem 1-2 Teelöffel Hopfenzapfen mit siedendem Wasser übergossen werden. Selbstverständlich gibt es auch fertige Teemischungen, die die richtige Dosis an Hopfen und anderen Kräutern enthalten und eine gute Hilfe beim Einschlafen sein können.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blüten

Wirkstoffe

Bittersäuren, Gerbstoffe Flavonoide, ätherisches Öl, Phloroglucinole

Anwendung

Unruhe, Schlafstörungen, Anspannungszustände

Hinweise

Nicht während der Schwangerschaft und Stillzeit verwenden. Nicht für Kinder unter 12 Jahren geeignet.

Wissenswerte Hinweise

Die frische Hopfenpflanze kann nicht nur allergische Reaktionen hervorrufen, sondern mitunter treten beim Hopfenpflücken Kopfschmerzen und Müdigkeit auf. Wer Hopfen allerdings nicht selbst pflückt ist, muss sich um solche Symptome eher keine Sorgen machen. Dennoch: Schwangere und Stillende dürfen keine hopfenhaltigen Präparate verwenden, ebenso wenig ist Hopfen für Kinder unter 12 Jahren geeignet.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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