Ingwer (lat. Zingiber officinalis)

Ingwer (lat. Zingiber officinalis)

Ingwer – die Pflanze

Der Ingwer oder besser gesagt die Ingwerwurzel ist mittlerweile auch bei uns zu einer echten „Wunderknolle“ avanciert.

Doch schon vor mehr als 5000 Jahren fand die orientalische Gewürzpflanze Erwähnung. Eine tragende Rolle in der Medizin spielte der Ingwer schon früh, er wurde nicht nur in der indischen Ayurveda-Heilkunde vielfältig verwendet, sondern auch in der altgriechischen Medizin. Einst war er eine überaus teure und kostbare Wurzel, die nicht für jedermann zu haben war. Heute hat der Ingwer hingegen einen festen Platz in der Gewürzküche auch hierzulande. Doch der äußerst bekömmlichen Ingwer wird nicht nur wegen seines intensiven scharfen Geschmacks geschätzt. Denn der Ingwer ist wie viele Gewürze auch ein altbekanntes Heilmittel, das bei vielen Beschwerden noch heute von Nutzen sein kann.

Wir kennen meist nur die Ingwerknolle mit ihrer charakteristischen Form, die Pflanze an sich trägt schilfartige Blätter und wächst in tropischen Regionen, wo sie mit hübschen rot-weißen Blüten die Natur noch schöner macht.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Es ist die Kombination aus ätherischem Öl, Gingerol, Shoagol, Gingerdiole, d.h. aus Bitterstoffen, Schleimen und ätherischem Öl, die den Ingwer auch zu einer Heilpflanze mit vielfältiger Wirkung macht. So fördern seine scharfen Stoffe die Verdauung und helfen dem Körper dabei, Schadstoffe besser auszuscheiden.

Anwendung

Ingwer kann bei Verdauungsbeschwerden ebenso helfen wie bei Erkältungen und hat sich auch in Kombination mit anderen Heilpflanzen – etwa der Melisse- einen Namen gemacht. Denn auch in dem seit Jahrzehnten beliebten „Allheilmittel“ Melissengeist kommen die Wirkstoffe, die der Ingwer zu bieten hat, zum Tragen. Sogar bei rheumatischen Beschwerden soll der Ingwer helfen. Ingwer ist eben weitläufig bekannt als Heilpflanze, die „unsere Mitte“ wärmt und uns in jeder Hinsicht belebt. In der ayurvedischen Heilkunde hat Ingwer einen festen Platz als Pflanze, die den Geist wach hält.

Aber Ingwer schafft es auch unsere Durchblutung anzukurbeln – von innen wie von außen. Auch in Sachen Reise-Übelkeit hat sich der vielseitige Ingwer bewährt. Denn er beruhigt den Magen und kann so schnell See- und Luftkrankheit lindern.

Darreichungsformen

Ingwer lässt sich natürlich- frisch oder als fertiges Pulver- herrlich zum Verfeinern verschiedener Gerichte verwenden. Er ist nicht nur wichtiger Bestandteil zahlreicher asiatischer Spezialitäten, auch in leckeren Suppen lässt er sich problemlos verwenden. Die „tolle Knolle“ ist mittlerweile in fast jedem Supermarkt erhältlich. Und frischer Ingwer – geschält und überbrüht – bildet einen bekömmlichen Tee, der uns wärmt und vor allem der Verdauung gut tut.

Aber auch in fertig käuflichen Arzneipräparaten hat der Ingwer seinen festen Platz, so ist er beispielsweise Bestandteil der altbewährten Haushaltsarznei „Melissengeist“.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Wurzel

Wirkstoffe

ätherisches Öl, Gingerole, Shoagole

Anwendung

Verdauungsbeschwerden, Reiseübelkeit, rheumatische Beschwerden

Hinweise

Nicht geeignet für Schwangere, Kinder unter sechs Jahren und Personen, die unter Bluthochdruck leiden.

Wissenswerte Hinweise

Eigentlich ist der Ingwer ein bekömmliches Gewürz und kann zahlreiche Beschwerden lindern – vor allem Übelkeit und Verdauungsbeschwerden. Für Kinder unter sechs Jahren ist aber nicht sehr geeignet, eben weil er so scharf ist. Weil Ingwer unsere Durchblutung so stark anregt und auch den Kreislauf beeinflusst, sollte er nicht während der Schwangerschaft verwendet werden.

Auch Personen, die unter Bluthochdruck leiden, sollten auf den Ingwer verzichten. Ganz im Gegenteil können Personen mit niedrigem Blutdruck von Ingwer profitieren.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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