Löwenzahn (lat. Taraxacum officinale)

Löwenzahn (lat. Taraxacum officinale)

Löwenzahn – die Pflanze

Den Löwenzahn kennt fast jedes Kind, alleine weil es so viel Freude bereitet, seine Samen in die Luft zu pusten. Wen wundert da der Zweitname des Löwenzahns „Pusteblume“.

Löwenzahn findet sich in weiten Teilen unserer Welt. Denn die kleine anpassungsfähige Pflanze, die auch unsere Wiesen im Frühjahr mit dem sonnigen Gelb ihrer Blüten bedeckt, ist auf fast allen Kontinenten zu finden.

Der Löwenzahn ist nicht nur überaus bekannt, er ist auch ein äußert wirksames Heilkraut, das uns die Natur so großzügig schenkt. Der Löwenzahn ist so etwas wie ein Multi-Talent unter den Heilpflanzen. Der Korbblütler hilft aber nicht nur bei Erkrankungen wie etwa lästigen Verdauungsbeschwerden und Blasenentzündungen, man kann ihn auch problemlos zu einem schmackhaften Salat zubereiten – quasi aus dem eigenen Garten direkt auf den Tisch.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Es sind Bitterstoffe und Flavonoide, die dem Löwenzahn seine Hauptwirkung verleihen und besonders Beschwerden im Leber- und Gallenbereich lindern können. Die Bitterstoffe des Löwenzahns regen die Gallenproduktion an und fördern unsere Verdauung. Darum ist der Löwenzahn auch so wunderbar zum Entgiften geeignet. Seine stoffwechselanregenden Inhaltsstoffe machen den Löwenzahn auch zu einem bewährten pflanzlichen Heilmittel bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrose und Gicht.

Anwendung

Neben der Mariendistel und der Artischocke ist auch der Löwenzahn eine unentbehrliche Heilpflanze, die unsere Leberfunktion anregt. Bei Verdauungsstörungen, Verstopfung und Blähungen, die durch unzureichende Arbeit der Leber bedingt sind, kann der Löwenzahn Abhilfe schaffen. Löwenzahn fördert also unsere gesamte Verdauung, er hilft aber auch dabei, wichtige Nährstoffe besser im Blut aufzunehmen und die Blutbildung zu stimulieren. Löwenzahn kann es so schaffen, dass wir uns wacher und motivierter fühlen.

Neuere Forschungen haben sogar ergeben, dass eine Löwenzahnkur die Gallensteinbildung beeinflussen kann.

Auch bei Schmerzen in Muskeln und Sehnen wird Löwenzahn verwendet. Seine Wirkung auf unseren Stoffwechsel ist hilfreich bei der Therapie rheumatischer Beschwerden. Er kann als Kur angewendet das Fortschreiten des Rheumas verzögern und hilft auch, die Schmerzen in Schach zu halten.

Löwenzahn ist außerdem sehr reich an Kalium, das ihn zu einem harntreibenden Mittel macht. Darum ist Löwenzahn auch ideal geeignet, um Blasenentzündungen unterstützend zu behandeln.

Darreichungsformen

Besonders geeignet zur Therapie von Blasenentzündung, bei Leberleiden und Nierengrieß sind Teezubereitungen aus Löwenzahnblättern oder auch Teemischungen, die neben Löwenzahn weitere Heilpflanzen wie etwa Pfefferminze und Mariendistel enthalten.

Als Saft kann man Löwenzahn für eine Frühjahrskur verwenden, aber auch in Form eines leckeren Salats oder als Gemüse lässt er unseren Körper von seinen heilenden Wirkstoffen profitieren.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter, Blüten

Wirkstoffe

Bitterstoffe, Flavonoide, Mineralstoffe (Kalium)

Anwendung

Verdauungsstörungen, Gallenbeschwerden, Blasenentzündungen, Leberleiden, rheumatische Beschwerden

Hinweise

Löwenzahn darf nicht von Patienten die unter Darmverschluss oder Entzündungen der Gallenwege leiden, eingenommen werden

Wissenswerte Hinweise

Aufgrund seiner sehr starken harntreibenden Wirkung, die den Löwenzahn so wertvoll für die unterstützende Behandlung von Blasenentzündungen macht, ist es nicht ratsam, vor dem zu Bett gehen Löwenzahntee zu trinken. Selten kann der Löwenzahn Magenbeschwerden verursachen.

Patienten, die an einer Entzündung der Gallenwege leiden oder einen Darmverschluss haben, dürfen Löwenzahn nicht verwenden. Auch bei Gallensteinleiden empfiehlt es sich, vor einer Löwenzahn–Kur Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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