Mariendistel (lat. Silybum Marianum)

Mariendistel (lat. Silybum Marianum)

Mariendistel – die Pflanze

Der Sage nach erhielt die Mariendistel ihren Namen, weil die Jungfrau Maria kurz nach der Geburt des Jesuskindes beim Stillen einige Tropfen Milch verlor, die auf die Blätter einer Distelpflanze tropften und diese weiß sprenkelten.

Schon in alten Kräuterbüchern wird die Mariendistel erwähnt: als Mittel zur Anregung des Milchflusses von Stillenden, aber auch als Heilpflanze für die Behandlung von „stechenden Leibesschmerzen“. Bereits in der Antike war die Mariendistel bekannt und wurde unter anderem als Brechmittel verwendet.

Schon früh findet die Mariendistel in der Volksmedizin Erwähnung als Mittel gegen Leberleiden, bei denen sie auch heute bevorzugt eingesetzt wird.

Die Mariendistel kommt aus den warmen Regionen am Mittelmeer und Nordafrikas, denn die Heilpflanze aus der Famile der Korbblütler liebt es trocken und warm.

Die Mariendistel verfügt über ein sehr charkteristisches Äußeres, ihre Blätter haben eine grün-weiße Marmorierung und sind mit Dornen versehen. Sie ist eine sehr stattliche Pflanze mit purpurroten Blüten.

Die Mariendistel trägt viele Beinamen: „Fiberdistel“ und „Stichsaat“, aber auch als „wilde Artischocke“ ist sie Heilkundigen geläufig.

Die Mariendistel wächst wild an Wegrändern und Äckern, in Deutschland wird sie wie in anderen Ländern kultiviert angebaut.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Inhaltsstoffe der Mariendistel, die ihr ihre Wirkung bei Leberleiden verleihen, nennen sich Silymarine. Sie können auch bei schweren Vergiftungen beispielsweise durch den Knollenpilz verwendet werden. Die Bitterstoffe und Flavonoide der Mariendistel hemmen auf natürliche Weise die Zerstörung der Leber. Darüber hinaus kann die Wirkstoffkombination der Mariendistel helfen, den Aufbau neuer Leberzellen zu beschleunigen.

Anwendung

Die Mariendistel ist ein wahres Wunderwerk der Natur. Denn erwiesenermaßen hilft sie bei der Regeneration nach Lebererkrankungen wie Leberzirrhose oder Fettleber. So kann die Mariendistel vorbeugend aber auch unterstützend bei Lebererkrankungen eingesetzt werden. Zum Teil können ihre hervorragenden Wirkstoffe nicht einmal durch chemisch-synthetische Arzneimittel ersetzt werden. Mariendistel, besser gesagt die Extrakte aus ihren Früchten, können also die Leberzellen schützen und sind so von unschätzbarem Wert. Die Leberschutzwirkung, die die Mariendistel dem in ihr enthaltenen Silymarin verdankt, wurde pharmakologisch nachgewiesen. Heute kann der Wirkstoff Silymarin chemisch hergestellt werden und wird bei akuten Leberschäden eingesetzt.

Da die Mariendistel den Aufbau neuer Leberzellen beschleunigt, kommt sie auch für die Therapie nach Entzündungen der Bauchspeicheldrüse infrage.

Die Mariendistel gilt aber auch als wassertreibend und milchfördernd und wurde früher gegen Seitenstechen und als milchfördernde Arznei angewandt.

Darreichungsformen

Ein Tee aus den Früchten der Mariendistel, die zuvor im Mörser zerstoßen wurden, war und ist ein bewährtes Mittel zur Unterstützung der Leberzellen, hilft aber auch bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen. Bei Leberstörungen ist es allerding wichtig, dass die Mariendistel in ausreichend hoher Dosierung angewendet wird. Denn nur so kann sie zur Entgiftung der Leber beitragen. Darum ist es in den meisten Fällen sinnvoll, auf Fertigpräparate zurückzugreifen, in denen die Mariendistel in entsprechender Dosierung enthalten ist.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Früchte, Kraut

Wirkstoffe

Silymarin, fettes Öl, Schleime

Anwendung

Leberschäden durch Vergiftung, Fettleber, Leberzirrhose, Verdauungsbeschwerden

Hinweise

Tinkturen mit Mariendistel enthalten Alkohol und dürfen nicht bei Leberzirrhose eingesetzt werden.

Wissenswerte Hinweise

Die Mariendistel löst laut Experten keine Nebenwirkungen aus, auch das macht sie so wichtig bei der Heilung von Lebererkrankungen.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

zurück nach oben

© 2018 MyLife Media GmbH. Diese Website dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen sowie unsere Hinweise zum Datenschutz, die Sie über die Footerlinks dieser Website erreichen können.