Meerrettich (lat. Armoracia rusticana)

Meerrettich (lat. Armoracia rusticana)

Meerrettich – die Pflanze

In Bayern und Österreich heißt er „Kren“ und viele kennen den Meerrettich als hervorragende Zutat, die besonders Fleischgerichte verfeinert.

Aber der Meerrettich eignet sich auch als Heilmittel, denn ihre Senföle haben antibiotisch wirkende Eigenschaften.

Der Meerrettich wird schon seit Jahrhunderten in den Klöstern Europas kultiviert und fand so auch schnell Verbreitung in bäuerlichen Gärten und auf den Tellern des einfachen Volkes.

Meerrettich aus der Familie der Kreuzblütler ist eine robuste Pflanze, die bestens auf sandigen Lehmböden gedeiht und riesige Blätter von bis zu 1,5 Metern trägt.

Die Heilkraft des Meerrettichs hat aber ihren Ursprung in der gut schmeckenden Wurzel. Aber Vorsicht beim Zubereiten von Meerrettich, seine Schärfe kann leicht die Schleimhäute reizen!

Wirk- und Inhaltsstoffe

Neben dem gesunden Vitamin C ist der Meerrettich auch reich an Kalium. Seine Heilkraft verdankt er aber den Senfölen, die in ihm stecken. Diese wirken gegen Bakterien und Pilze, die uns Infektionen bescheren können. Die Senföle können schleimlösend wirken, regen die Bildung unseres Magensaftes an und fördern die Verdauung. Zudem kann die scharfe Meerrettichwurzel die Bewegung der Gallenmuskulatur fördern, weshalb er zur Therapie bei einer Lähmung der Gallenwege eingesetzt wird.

Anwendung

Der Meerrettich wirkt bei ganz verschiedenen Erkrankungen. Zum einen hilft er bei Erkrankungen der Atemwege wie Bronchitis, denn die Senföle, die im Meerrettich stecken, wirken schleimlösend und helfen so, das Abhusten zu erleichtern.

Indem der Meerrettich den Magensaft anregt, verbessert er unsere Verdauung, was hilfreich bei Völlegefühlen sein kann. Darum eignet sich roher geriebener Meerrettich auch so gut als beliebte Beilage zu eher schweren Fleischgerichten, die dank ihm leichter bekömmlich sind.

Der Meerrettich hat aber auch harntreibende Wirkung und kann unterstützend zur Behandlung einer Blasenentzündung eingesetzt werden. Auch äußerlich angewendet kann der Meerrettich Großes leisten. Er fördert nämlich die Durchblutung und kann gegen Muskelschmerzen helfen.

Darreichungsformen

Meerrettich lässt sich bestens frisch zubereiten. Seine Wurzel geraspelt oder eingelegt kann zu Hustensaft und Tinktur verarbeitet oder einfach frisch gegessen werden.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Wurzel

Wirkstoffe

Senföle, Senfglucoside

Anwendung

Entzündungen der ableitenden Harnwege, Lähmungen der Gallenwege, rheumatische Beschwerden

Hinweise

Bei Magen- und Darmgeschwüren sowie Nierenerkrankungen darf Meerrettich nicht verwendet werden.

Wissenswerte Hinweise

Meerrettich ist scharf und sollte auf keinen Fall auf die Schleimhäute oder in die Augen gelangen. Manchmal kann er bei empfindlichen Personen Magen-Beschwerden auslösen. Patienten, die an Magen-und Darmgeschwüren leiden, dürfen keinen Meerrettich verwenden. Auch bei Nierenerkrankungen ist von Meerrettich abzuraten. Sicherheitshalber sollten Sie bei einer solchen Erkrankung Ihren Arzt fragen, ob und inwiefern der Verzehr von Meerrettich für Sie geeignet ist.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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