Mistel (lat. Viscum album)

Mistel (lat. Viscum album)

Mistel – die Pflanze

Die Mistel ist eine Pflanze um die sich viele Sagen spinnen. Denn sie war einst eine Art Zaubermittel der alten Kelten und kommt in zahlreichen Erzählungen der germanischen Götterwelt vor. So soll der Wintergott Hödor den Sommergott Baldor mit einer Lanze aus Mistel bezwungen haben. Es ranken sich viele solcher Geschichten um den immergrünen Zweig der Mistel.

Als Heilmittel findet die Mistel schon Erwähnung in antiken Schriften beispielsweise bei Epilepsie.

Eigentlich ist die Mistel ein Schmarotzer, der von anderen Bäumen lebt. Wenn diese im Winter kahl sind, ist die grüne Mistel mit ihren bleichen weißen Beeren leicht zu entdecken. Darum trägt die Mistel unter vielen anderen auch den Zweitnamen „Immergrün“.

Die Mistel ist noch immer eine symbolische Pflanze, die Glück bringen soll. Befestigt man sie an der Türschwelle, schützt sie das Heim!

In der pflanzlichen Medizin werden allerdings die Blätter der Mistel, die zur Familie der Mistelgewächse zählt und überall in Europa wächst, verwendet.

Wirk- und Inhaltsstoffe

In der Mistel findet sich eine Kombination aus Lecithinen, Cholin und Histamin. Ihre Eiweißstoffe – die Viscotoxine – haben vermutlich eine zellzerstörende Wirkung, die unser Immunsystem beeinflussen kann. Darum wird die Mistel heute auch in der ergänzenden Krebstherapie eingesetzt.

Anwendung

In der Volksmedizin spielt die Mistel vor allem bei leichtem Bluthochdruck eine Rolle. Studien an Tieren bestätigten den blutdrucksenkenden Effekt der Mistel, ob sie diesen allerdings auch auf den Menschen hat, ist noch nicht abgesichert.

Auch bei Schwindelgefühl und bei Verschleißerkrankungen der Gelenke kommt der Mistel in der Homöopathie eine Rolle zu. Extrakte der Mistel werden heute auch zur ergänzenden Krebstherapie eingesetzt.

Darreichungsformen

Mistelextrakte werden in Form von Fertigpräparaten eingenommen. Bei der Dosierung ist allerdings Vorsicht geboten, da sie toxische Substanzen enthält, die die Zellen schädigen können. Zur Therapie bei Krebserkrankungen gibt es Injektionslösungen, die Mistel enthalten.

Die Mistel kann auch in Form von Tee und Saft eingenommen werden, etwa wenn es um die Behandlung von leichtem Bluthochdruck geht.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Blätter bzw. Kraut

Wirkstoffe

Lecithine (Viscotoxin), Cholin, Acetylcholin, Histamin

Anwendung

leichter Bluthochdruck, ggf. begleitend bei bestimmten Krebserkrankungen

Hinweise

allergische Reaktionen möglich. Bei Injektionen mit Mistel können starke Nebenwirkungen auftreten. Nicht zur alleinigen Krebstherapie geeignet.

Wissenswerte Hinweise

Pflanzliche Arzneien sind zumeist nicht ausreichend, wenn es um die Behandlung so ernsthafter Erkrankungen wie Bluthochdruck und Krebs geht. So wird die Mistel in der Regel lediglich als begleitendes Therapeutikum dieser Erkrankungen eingesetzt. In jedem Falle ist es wichtig bei solch schwerwiegenden Erkrankungen nie die Medikation in Eigenregie durchzuführen, sondern stets einen erfahrenen Mediziner zu befragen.

Mistelfrüchte können zu schwerem Erbrechen führen, bei Injektionen mit Mistelpräparaten können Nebenwirkungen wie Fieber und Kreislaufstörungen auftreten. Bei einer Injektion kann es zudem zu starken Entzündungen kommen.

Die Einnahme von Mistelfertigpräparten hingegen wird zumeist problemlos vertragen, ob sie in dieser Form aber wirksam ist, bleibt umstritten.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.

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