Mönchspfeffer (lat. Vitex agnus-castus)

Mönchspfeffer (lat. Vitex agnus-castus)

Mönchspfeffer – die Pflanze

Den Mönchspfeffer könnte man wohl zu Recht auch als Frauenpflanze bezeichnen. Denn schon seit Jahrhunderten lindert er zahlreiche Frauenbeschwerden.

Der Mönchspfeffer, ein bis zu fünf Meter hoch wachsender Strauch aus der Familie der Verbenengewächse kommt aus dem Mittelmeerraum. Im Juli und August trägt er hübsche kleine weiße Blüten. Seinen Namen hat der Mönchspfeffer wohl aufgrund seines intensiven Geschmacks. Denn seine fleischigen Früchte erinnern im Geschmack an Pfeffer. Die Mönche des Mittelalters nutzten sie daher als Ersatz für den echten Pfeffer in der klösterlichen Küche. Eben weil er so beliebt bei den Mönchen war, ist Mönchspfeffer auch unter einem zweiten Namen bekannt – „Keuschschlamm“. Denn Mönchspfeffer galt als Pflanze, die sexuelle Begierden dämpfen sollte und Mönche trugen ihn bei sich, um den Willen zu stärken und das „Fleisch nicht schwach werden zu lassen“.

Wirk- und Inhaltsstoffe

In den Früchten des Mönchspfeffers stecken Flavonoide und Wirkstoffe aus der Gruppe der sogenannten Iridoide und Diterpene, die bei Frauen den Spiegel des Hormons Prolaktin ausgleichen können. Wird Prolaktin in zu großen Mengen ausgeschüttet, löst es die typischen unangenehmen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms aus, wie beispielsweise Spannungsgefühl in den Brüsten und Verdauungsstörungen. Durch die Einnahme von Mönchspfeffer kann also der gesamte Zyklus der Frau ins Gleichgewicht gebracht werden. Und psychische oder körperliche Beschwerden, von denen viele Frauen vor ihrer Periode geplagt werden, können milder ausfallen als ohne die Einnahme von Mönchspfeffer.

Anwendung

Mönchspfeffer kann bei unterschiedlichen Beschwerden, mit denen Frauen allmonatlich zu kämpfen haben, Linderung verschaffen und wird schon seit langer Zeit traditionell bei Frauenleiden verwendet. Denn Mönchspfeffer bringt die Hormone des weiblichen Körpers in Balance und wirkt gegen die typischen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms. Viele Frauen werden nämlich gerade an den Tagen vor den „Tagen“ von unangenehmen Beschwerden geplagt wie etwa schmerzende Brüste, depressive Verstimmungen, aber auch Kopfschmerzen und Übellaunigkeit.

Gut eignet sich Mönchspfeffer auch, um einen völlig unregelmäßigen Zyklus zu regulieren. Bei Menstruationsstörungen wie etwa einem Ausbleiben der Regel oder einem extrem verlängerten Zyklus hilft eine Mönchspfeffer-Kur bei vielen Frauen, die Probleme zu beseitigen und den Zyklus wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Mönchspfeffer ist aber nicht zuletzt auch deshalb eine „Frauenpflanze“, weil er auch bei den typischen Wechseljahresbeschwerden Abhilfe schaffen kann, indem er sich auch hier günstig auf den Hormonhaushalt auswirkt.

Darreichungsformen

Am sinnvollsten ist die Einnahme von Fertigarzneien, die Mönchspfeffer in konzentrierter Form enthalten. Denn etwa als Tee getrunken, würden die Früchte des Mönchspfeffers ihre heilenden Inhaltsstoffe nicht entfalten können. Bis die hormonregulierende Wirkung einsetzt, können einige Wochen ab Beginn der Einnahme vergehen. Daher ist es sinnvoll, Tabletten oder Kapseln, die Mönchspfeffer enthalten, mindestens drei Monate lang einzunehmen.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Früchte

Wirkstoffe

Flavonoide, ätherisches Öl, Iridoidglykoside

Anwendung

körperliche und psychische Beschwerden vor und während der Menstruation (prämenstruelles Syndrom), Störungen des weiblichen Zyklus

Hinweise

Nicht während der Schwangerschaft einnehmen. Bei starken Beschwerden den Arzt aufsuchen, um organische Krankheiten auszuschließen.

Wissenswerte Hinweise

Aufgrund der Wirkung auf das weibliche Hormongefüge, die den Mönchspfeffer so wertvoll im Einsatz gegen Beschwerden des prämenstruellen Syndroms machen, darf Mönchspfeffer auf keinen Fall während der Schwangerschaft verwendet werden. Auch Patienten, die unter hormonabhängigen Krankheiten leiden, müssen von einer Mönchspfeffer Behandlung absehen.

Natürlich ist es ratsam, die Behandlung mit Mönchspfeffer mit dem Frauenarzt abzustimmen. Denn nur dieser kann vorab ausschließen, ob nicht organische Erkrankungen die Beschwerden auslösen.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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