Nachtkerze (lat. Oenothera biennis)

Nachtkerze (lat. Oenothera biennis)

Nachtkerze – die Pflanze

Die gelb blühende Pflanze, die den schönen Namen Nachtkerze trägt, kam sozusagen als blinder Passagier von Nordamerika zu uns nach Europa: an Bord eines Frachters, der Wolle geladen hatte.

In der Wolle hatten sich die Samen der Nachtkerze versteckt und schon bald sprießten erste Nachtkerzen auf englischem Boden. Doch vor fast 400 Jahren wurde die Nachtkerze zunächst als reine Zierpflanze geschätzt, vor allem aufgrund ihrer nächtlichen Blüte, die auch den Namen „Nachtkerze“ erklärt.

Die heilenden Kräfte der Nachtkerze wurden in Europa also erst später entdeckt, waren aber den Ureinwohnern Nordamerikas schon lange vorher bekannt. Bei den Indianern war die Nachtkerze ein fester Bestandteil der „natürlichen Apotheke“ und galt als Mittel für Kraft und Gesundheit.

Heute ist die eher anspruchslose Pflanze über ganz Europa und bis nach Asien hin verbreitet und wächst überall dort, wo der Boden eher steinig ist, wie an Böschungen oder auch an Bahndämmen.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Nachtkerze, eigentlich ihre Samen, ist reich an Fettsäuren, sogenannten Gamma-Linolen-Säuren. Diese Fettsäuren wirken sich günstig auf das Hormon- und das Immunsystem aus. Zudem wirken die Linolsäuren der Nachtkerzensamen entzündungshemmend. Nachtkerzen eigenen sich eben darum besonders zur Therapie von Erkrankungen, bei denen ein erhöhter Bedarf an Fettsäuren gegeben ist. So konnte bei der Behandlung von Neurodermitis beispielsweise durch die Einnahme von Nachtkerzensamenöl sichtbare Erfolge erzielt werden.

Anwendung

Bei Schuppungen, Rötungen und Juckreiz, also den typischen Symptomen von Neurodermitis, kann die Nachtkerze Linderung verschaffen. Denn das Öl aus den Nachtkerzensamen kann den Mangel an bestimmten Fettsäuren, der auch bei Neurodermitis-Patienten typisch ist, ausgleichen.

Die Linolensäure, wie sie in der Nachtkerze enthalten ist, ist von wichtiger Bedeutung für den menschlichen Stoffwechsel. Sie sollte daher auch als Nahrungsbestandteil ausreichend aufgenommen werden – unabhängig davon, ob Sie an Neurodermitis leiden oder nicht.

Auch bei anderen Krankheiten oder Beschwerden, die durch einen Mangel an „essentiellen Fettsäuren“ verursacht werden, kann die zusätzliche Gabe von Nachtkerzenöl hilfreich sein.

Das Öl der Nachtkerze soll zudem gut wirken, wenn hormonell bedingte Symptome des prämenstruellen Syndroms auftreten. Auch bei typischen Wechseljahresbeschwerden kann Nachtkerzenöl Linderung verschaffen.

Darreichungsformen

Das Öl der Nachtkerze wird innerlich und äußerlich verwendet. Um die Haut zu pflegen, beispielsweise bei Neurodermitis und der damit einhergehenden Schuppung und Rötung der Haut, bietet es sich an, die betroffenen Stellen mit dem Nachtkerzenöl einzureiben bzw. diese mit dem Öl zu massieren. Auch ein Ölbad aus Nachtkerze kann zur Linderung bei trockenen Hauterkrankungen angewendet werden. Dabei legt sich das Nachtkerzenöl wie ein schützender Film über die Haut – dieser sollte aber nicht durch „Trockenreiben“ zerstört werden!

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Öl der Nachtkerzensamen

Wirkstoffe

Fettsäuren (Gamma-Linolen-Säuren)

Anwendung

Neurodermitis, prämenstruelles Syndrom, Wechseljahresbeschwerden

Hinweise

Epileptiker dürfen Nachtkerzenöl nicht verwenden. Im Falle einer Schwangerschaft und während der Stillzeit ist die Rücksprache mit dem Arzt vor der Anwendung von Nachtkerzenöl erforderlich.

Wissenswerte Hinweise

Es wurde in neueren Studien eine Wechselwirkung der Nachtkerze mit Medikamenten, die bei Epilepsie helfen, nachgewiesen. Daher müssen Epileptiker von einer Verwendung der Nachtkerze absehen.

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit ist dringend ein erfahrener Arzt zu Rate zu ziehen, nur dieser kann Ihnen sagen, ob und inwiefern Sie Nachtkerzenöl verwenden dürfen.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

zurück nach oben

© 2018 MyLife Media GmbH. Diese Website dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen sowie unsere Hinweise zum Datenschutz, die Sie über die Footerlinks dieser Website erreichen können.