Schafgarbe (lat. Achillea Millefolium)

Schafgarbe (lat. Achillea Millefolium)

Schafgarbe – die Pflanze

Die zarte Schafgarbe wächst allerorts an Wiesen- und Ackerrändern, wo sie durch ihre tausendfach gefiederten Blätter und ihre weißen Blütenkörbchen auf natürliche Weise die Landschaft verschönert.

Die Schafgarbe, die zur Gattung der Korbblütler gehört, ist auf der ganzen Welt zuhause. Sie hat sich über die gesamte nördliche Halbkugel bis hin zur Polarzone ausgebreitet, denn sie ist eine sehr zähe und ausdauernde Pflanze.

Schon seit Jahrhunderten wird Schafgarbe für ihre heilenden Wirkungen gerühmt, davon zeugen auch die vielen Beinamen, die man der Schafgarbe im Laufe der Zeit verlieh. Das „Blutstillkraut“ oder das „Heil aller Schäden“ wie die Schafgarbe auch genannt wurde, half nicht nur zahlreichen Verletzen großer Schlachten der Vergangenheit, sondern war einst auch die „Kamille des armen Mannes“ in Regionen, in denen die echte Kamille mit ihren heilenden Kräften nicht zu bekommen war.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Schafgarbe ist vielseitig verwendbar. Die in der Schafgarbe enthaltenen Bitterstoffe wirken verdauungsfördernd und verleihen der Schafgarbe eine krampflösende Wirkung. Zudem fördern diese Bitterstoffe einen geregelten Stuhlgang. Schafgarbe enthält aber auch ätherische Öle und Flavonoide, die antibakterielle Eigenschaften haben und entzündungshemmend wirken. Schafgarbe ist auch für Patienten mit einer empfindlichen Magenschleimhaut geeignet.

In der Schafgarbe finden sich außerdem Gerbstoffe, die eine zusammenziehende Wirkung haben. Kein Wunder also, dass die Schafgarbe einst Mittel der Wahl war, wenn es darum ging, Blutungen zu stillen – davon zeugt auch ein weiterer ihrer Beinamen: „Soldatenkraut“.

Anwendung

Schafgarbe hat ganz ähnliche Wirkungen wie die Kamille, ist aber um einiges bitterer. Das macht sie zu einem guten Mittel gegen Verdauungsbeschwerden. Schafgarbe kann bei entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen Abhilfe schaffen, hilft aber auch gegen Appetitlosigkeit.

Bewährt hat sich die Schafgarbe auch auf dem Gebiet der Frauenheilkunde. In Form von Tee oder auch als Bad kann die Schafgarbe aufgrund ihrer krampflösenden Wirkung dabei helfen, den schmerzhaften Beschwerden der Menstruation entgegen zu wirken.

Ausgeprägt ist aber auch die Wirkung der Schafgarbe auf unser Galle-Leber-System, denn sie regt die Bildung der Gallensäuren an. Ihre krampflösenden Eigenschaften sind auch hier nützlich. Denn die Schafgarbe sorgt für einen optimalen Abfluss der in der Gallenblase gespeicherten Gallenflüssigkeit in den Dünndarm.

Aber auch bei Entzündungen der Haut und der Schleimhäute in Mund und Rachen kann die Schafgarbe dabei helfen, dass die Beschwerden schneller abklingen.

Aufgrund ihrer blutstillenden Eigenschaften kann die Schafgarbe auch verwendet werden um Nasenbluten zu stoppen.

Darreichungsformen

Besonders ein aus Schafgarbe bereiteter Tee ist vielfältig verwendbar. Zum Trinken eignet er sich bei Menstruationsbeschwerden, um den Appetit anzuregen, aber auch als Entgiftungskur. Äußerlich kann Tee aus Schafgarbe helfen Nasenbluten zu stillen, indem man den Tee hochschnupft. Tee aus Schafgarbe kann aber auch für Umschläge und Bäder genutzt werden. Bei Lebererkrankungen haben sich sogenannte Leberwickel bewährt, für die die Blüten der Schafgarbe genutzt werden.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Kraut

Wirkstoffe

ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Polyacetylene

Anwendung

Entzündliche Magen-Darm-Erkrankungen, Appetitlosigkeit, Abflussstörungen der Gallenflüssigkeit, Menstruationsbeschwerden, Entzündungen der Haut, Mund – und Rachenentzündungen, Nasenbluten

Hinweise

Schafgarbe kann frisch gepflückt zu Hautreizungen führen. Während Schwangerschaft und Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden.

Wissenswerte Hinweise

Menschen mit empfindlicher Haut sollten aufpassen, wenn sie die Schafgarbe selbst pflücken, denn sie kann Hautreizungen auslösen.

Bei einer Überempfindlichkeit gegen Korbblütler darf die Schafgarbe nicht verwendet werden.

In der Schwangerschaft und während der Stillzeit sollten Sie vor einer Verwendung der Schafgarbe Ihren Arzt fragen, ob und in welcher Form sie die Pflanze verwenden dürfen.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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