Stechapfel (lat. Datura stramonium)

Stechapfel (lat. Datura stramonium)

Stechapfel – die Pflanze

Der Stechapfel hat tödliche Kräfte. Er gehört zu den giftigsten Pflanzen überhaupt und von seiner Wirkung als Rauschmittel, das zum Tod führen kann, wusste man schon vor Christi Geburt. Als Rauschmittel genießt der Stechapfel noch heute einen dunklen Ruf, denn schon früher wurde er bei vielen Völkern verwendet um Halluzinationen und Rauschzustände auszulösen. Dunkelheit umweht den Stechapfel auch, weil er bereits als Mordwaffe und als Mittel zum Freitod genutzt wurde. Der Stechapfel erhielt seinen Namen wegen des stacheligen Äußeren seiner Frucht. Die eiförmige stachelige Kapsel, die der Stechapfel entwickelt, enthält kleine schwarze Samen.

Der Stechapfel ist unter vielen Namen in die Geschichte eingegangen: „Tollkraut“, „Pferdegut“, „Donnerkugel“ und „Rauapfel“ weisen auf die letale Wirkung dieser mächtigen Giftpflanze hin.

Und so seltsam es bei dieser so gefährlich scheinenden Pflanze wirken mag: Tatsächlich finden die Wirkstoffe des Stechapfels, der zur Gattung der Nachtschattengewächse zählt und mehr als zwanzig tödliche Arten umfasst, heute Einsatz zu medizinischen Zwecken. Denn sie können in der Asthmatherapie hilfreiche Dienste leisten.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Im Stechapfel befinden sich Hyoscyamin, Scopolamin und Atropin – insgesamt also eine ansehnliche Mischung aus giftigen Alkaloiden. Der Gehalt dieser Gifte ist in den Samen am höchsten – er variiert übrigens je nach Standort des Stechapfels und genau darum ist es noch schwerer einzuschätzen, wie der Stechapfel dosiert werden kann, ohne tödliche Folgen zu haben. Schon wenige Samen, etwa fünf bis zehn gelten heute als tödliche Dosis.

Anwendung

Stechapfel wird wegen seiner extremen Giftigkeit heute nur noch für wenige klar abgegrenzte Indikationsgebiete verwendet und dies auch nur in Form von isolierten und synthetisch veränderten Auszügen des Stechapfels. Solche Fertigarzneien, die Stechapfel enthalten, können helfen, starkes Asthma zu lindern, weil sie die Muskulatur der Bronchien entspannen und Schleimsekrete reduzieren. Teilweise wird Stechapfel auch verordnet, wenn Betroffene unter starken krampfartigen Schmerzen des Magen-Darm-Trakts oder der Gebärmutter leiden.

Aber Vorsicht: Da der Stechapfel ein hochgiftiges Gewächs ist, das in der falschen Dosierung schnell tödlich wirken kann, darf er ausschließlich Form homöopathischer Fertigpräparate und nur unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden.

1) Darreichungsformen

Stechapfel wird für medizinische Zwecke ausschließlich in Form genau dosierter Fertigarzneien angewendet. In diesen Fertigpräparaten befindet sich das isolierte Scopolamin des Stechapfels-allerdings in chemisch veränderter Form.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Samen

Wirkstoffe

Alkaloide (Scopolamin)

Anwendung

Krampfartige Beschwerden der Gebärmutter, der Bronchien und des Darmtraktes – allerdings nur in Form von isoliertem Scopolamin, das chemisch aufbereitet wird

Hinweise

Der Stechapfel ist eine sehr giftige Pflanze, dessen Einnahme tödlich sein kann. Keine Selbstmedikation!

Wissenswerte Hinweise

Der Stechapfel wächst auch in unseren Breiten und wurde eine Zeitlang aufgrund seines anmutigen Wuchses auch als Zierpflanze verwendet. Darum kommt es auch bei uns noch immer zu Fällen von Vergiftungen durch Stechapfel. Eine Vergiftung durch Stechapfel äußert sich durch eine rote und heiße Haut, starke Übelkeit und Erbrechen, Unruhe und innere Panik bis hin zu starker Verwirrtheit. Auch Fieber, der Verlust der Sehkraft und heftige Krämpfe können bei einer Vergiftung mit Stechapfel rasch einsetzen. Da das Gift im Stechapfel sehr stark ist, führt es bei einer Überdosierung schnell zu Atemstillstand und Tod. Übrigens sind alle Teile des Stechapfels giftig und bereits weniger als ein halbes Gramm reicht aus, um uns in den ewigen Schlaf zu versetzen.

Stechapfel ist daher keine Heilpflanze im herkömmlichen Sinne und darf niemals ohne die ausdrückliche Verordnung durch einen erfahrenen Arzt verwendet werden!

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben.
Stuttgart: Ulmer.

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