Steinklee (lat. Melilotus officinalis)

Steinklee (lat. Melilotus officinalis)

Steinklee – die Pflanze

Der Steinklee ist aus ganz verschiedenen Gründen eine beliebte Pflanze. Weil sein Wurzelwerk sich weit ausbreitet, dient er beispielsweise zur Befestigung von Kieshängen. Bei Imkern ist der Steinklee auch begehrt, weil er so reich an Nektar ist und sich aus ihm köstlicher Honig herstellen lässt, daher auch sein Beiname „Honigklee“. Und bei Bauern ist der Steinklee eine gern gesehene Weidepflanze – aus geschnittenem Steinklee wird übrigens Heu hergestellt.

Aber auch für Heilzwecke spielt der Steinklee schon seit den Zeiten Hippokrates eine Rolle, denn schon der große Arzt des Altertums soll Steinklee verwendet haben um Geschwüre zu heilen. Die kleine krautige Pflanze gehört zur Gattung mit dem schönen Namen Schmetterlingsblütler und wächst in Teilen Europas und Asiens. Weil sich beim Trocknen von Steinklee ein intensiver Duft verbreitet, wurde Steinklee in bäuerlichen Gegenden einst auch zur Mottenabwehr genutzt.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Eine Kombination aus Flavonoiden, Glykosiden und Schleimstoffen macht den Steinklee zu einer wirksam Heilpflanze. Im Steinklee sitzen aber auch die sogenannten Cumarine, die den Steinklee seine besondere Wirkung geben und ihn seit alters her zu einem Mittel machen, das richtig dosiert eine positive Wirkung auf unser Lymphsystem und unsere Blutgefäße hat. Darum spielt der Steinklee oder besser gesagt arzneiliche Zubereitungen aus seinem blühenden Kraut eine Rolle in der Therapie von Venenleiden. Denn die Cumarine und Flavonoide sind entzündungshemmend und venenabdichtend.

Anwendung

Der Steinklee kann insbesondere in Form pflanzlicher Arzneimittel unsere Gefäße sozusagen gegen Wasser „abdichten“. Er verbessert die Fließeigenschaften des Blutes und fördert so den Rückstrom in die Venen. Daher wird der Steinklee vor allem bei Venenleiden eingesetzt. Seine positive Wirkung auf Erkrankungen der Venen ist wissenschaftlich mittlerweile bestätigt worden. Steinklee ist also sehr geeignet, wenn Patienten unter den klassischen Beschwerden von Venenleiden wie schwere Beine und Krampfadern leiden. Zudem kann Steinklee für die Behandlung von Hämorrhoiden eingesetzt werden.

Früher wurde Steinklee in Form eines Umschlags auch verwendet, um lästige Furunkeln loszuwerden.

Darreichungsformen

Steinklee kann man äußerlich als Breiumschlags, als Kräuterkissen oder in Form von Salben verwenden. Dann kann er auch bei Prellungen und Verstauchungen Linderung verschaffen. Auch gegen Schwellungen und Entzündungen wird Steinklee eingesetzt.

Innerlich – früher als Tee oder Tinktur – nimmt man Steinklee bis heute gegen Durchblutungsstörungen, Lymphstauungen und Hämorrhoiden.

Einfach und sicher ist die Anwendung von Steinklee in Form von Fertigpräparaten, so können auch Vergiftungen durch eine Überdosierung vermieden werden. Bei Venenerkrankungen ist es oft sinnvoll, eine Salbe äußerlich anzuwenden und die Linderung der Symptome gleichzeitig von innen heraus, durch die Einnahme von Kapseln, die Steinklee aber auch Buchweizen oder Rosskastanie enthalten, zu unterstützen.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Kraut, Blüten

Wirkstoffe

Cumarine, Flavonoide

Anwendung

Venenleiden

Hinweise

Nicht während der Schwangerschaft anwenden. Steinklee bei gleichzeitiger Einnahme von Blutgerinnungshemmern nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt verwenden.

Wissenswerte Hinweise

Der Steinklee ist sehr wirksam und darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden. Bei einer Überdosierung kann es durch den Steinklee zu den klassischen Erscheinungen einer Vergiftung kommen. Daher sollte Steinklee immer unter ärztlicher Aufsicht angewendet werden. Vor allem wenn gleichzeitig blutgerinnungshemmende Mittel eingenommen werden, ist der Steinklee mit Vorsicht zu genießen.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.

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