Stiefmütterchen (lat. Viola)

Stiefmütterchen (lat. Viola)

Stiefmütterchen – die Pflanze

Den ganzen Sommer über blüht es in unseren Gärten, auf Balkonen und wild auf Äckern und Wiesen – das Stiefmütterchen.

Dass diese hübsche kleine Blume, die in violett, blau und gelb der Umgebung einen farbenfrohen Anstrich verleihen kann, auch zu den hiesigen Heilpflanzen gehört, ist vielen nicht bekannt.

Doch schon im Mittelalter wurde das Kraut des Stiefmütterchens als Heilmittel für diverse Kinderkrankheiten genutzt, denn diesem Kraut werden besonders milde Eigenschaften nachgesagt.

Das Stiefmütterchen, das zur Familie der Veilchengewächse zählt, wächst in ganz Europa, eben weil es zu einer so beliebten Zierpflanze geworden ist. Wild kommt das Stiefmütterchen hingegen weitaus seltener vor.

Im Volksmund trägt das Stiefmütterchen dank seines Aussehens und seiner langen Blütezeit von Mai bis September viele weitere Namen wie etwa „Dreifaltigkeitsblume oder „Jelängerjelieber“.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Stiefmütterchen enthalten unter anderem Flavonoide, Saponine und Gerbstoffe. Diese sorgen dafür, dass das Stiefmütterchen den Stoffwechsel fördert und darüber hinaus entzündungshemmend ist. Darum wird das Stiefmütterchen auch in der modernen Pflanzenheilkunde bei Hautkrankheiten und Hautunreinheiten verwendet.

Anwendung

Früher wurde das Stiefmütterchen gerne genutzt, wenn Kinder unter Ausschlag und Bauchschmerzen litten. Heute ist es aufgrund seiner leicht harntreibenden Wirkung teilweise noch Bestandteil von Stoffwechseltees und wird bei Blasenentzündungen eingesetzt, um die Erreger aus dem Körper auszuschwemmen.

Das Stiefmütterchen kann aber vor allem Erkrankungen der Haut lindern. Hautkrankheiten sind weit verbreitet. Akute Formen, die durch Bakterien oder Pilze verursacht werden, können mit dem Stiefmütterchen ebenso behandelt werden wie chronische Hautkrankheiten wie etwa Neurodermitis und Schuppenflechte. Leider kommt die Neurodermitis heutzutage gerade bei Kindern immer häufiger vor. Bei dieser Stoffwechselerkrankung kann es sinnvoll sein, die Therapie mit chemisch-synthetischen Arzneimitteln durch pflanzliche Heilmittel wie eben das Stiefmütterchen zu ergänzen.

Darreichungsformen

Äußerlich eignet sich ein Aufguss aus wilden Stiefmütterchen sehr gut, um juckende und entzündete Hautpartien zum Beispiel bei Neurodermitis zu behandeln. In der Pflanzenheilkunde nutzt man hierfür das Kraut des Wilden Stiefmütterchens (Viola tricolor).

Einen Tee, der Stiefmütterchen enthält, kann man aber auch trinken, um den Stoffwechsel anzuregen und die Beschwerden bei Entzündungen der Harnwege lindern zu helfen. In einigen fertigen Teemischungen, die es im Handel gibt, ist Stiefmütterchen enthalten.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Kraut

Wirkstoffe

Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe

Anwendung

Hauerkrankungen wie Ekzeme, Neurodermitis, Schuppenflechte. Entzündungen der Harnwege

Hinweise

Das Steifmütterchen hat sehr milde Eigenschaften und eignet sich daher gut für Kinder.

Wissenswerte Hinweise

Stiefmütterchen können bedenkenlos innerlich wie äußerlich verwendet werden. Weil sie so gut verträglich sind, waren sie früher so beliebt bei der Heilung von Kinderkrankheiten wie Milchschorf und Ausschlag.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.

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