Wacholder (lat. Juniperus)

Wacholder (lat. Juniperus)

Wacholder – die Pflanze

Auch der Wacholder zählt zu den traditionellen Heilpflanzen, genauer gesagt der Gemeine Wacholder (Juniperus communis). Schon der griechische Arzt Dioskurides pries seine harntreibenden Kräfte. Und so wurde der Wacholder schon im Altertum als Basis eines wassertreibenden Weines verwendet. Einst galt er als eine Art Universalheilmittel und wurde auch bei Lungenleiden und Gicht verwendet.

Auch ein wenig Mystik ist im Spiel, wenn es um den Wacholder geht. Denn dank seines starken Aromas wurde er einst als Zaubermittel verwendet, das das Böse in Form von Dämonen und Hexen vertreiben sollte.

Der bekannte Heilpflanzenkundige Sebastian Kneipp sprach sich ebenfalls für die Einnahme dieses bei uns heimischen Zypressengewächses aus.

Wacholder kann bis zu zehn Meter hoch werden und findet sich vor allem in Heidelandschaften oder an den Hängen von Bergen.

Wacholder lässt sich leicht an seinen für ihn typischen Beeren, die klein, kugelrund und von blauschwarzer Farbe sind, erkennen.

Diese Beeren benötigen drei Jahre bis sie geerntet werden können und schon lange sind sie nicht nur wegen ihrer Heilkräfte bei Entzündungen der Harnwege beliebt, sondern werden auch als Gewürz verwendet.

Zudem eignet sich das ätherische Öl, das sich aus Wacholder gewinnen, lässt als Aromastoff.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Es sind die im in der Wacholderbeere enthaltenen Gerbstoffe und ätherischen Öle, die in ihrer speziellen Kombination seinen harntreibenden Effekt bedingen. Die Inhaltsstoffe des Wacholders fördern die Durchblutung der Nieren. Die Wirkstoffe des Wacholders haben darüber hinaus einen für die allgemeine Durchblutung förderlichen Effekt.

Anwendung

Wacholder eignet sich besonders bei Blasenleiden und zur Durchspülung der Nieren, aber auch zur Behandlung von Harngrieß. In der volkstümlichen Medizin wird ein Tee aus der Beere des Wacholders aber nicht nur wegen seiner harntreibenden Wirkung geschätzt. Auch als Blutreinigungsmittel ist er bekannt und kann bei Gicht und Rheuma helfen.

Pharmakologische Studien bestätigten den stark wassertreibenden Effekt von Wacholderbeerenöl.

Allerdings ist es hierbei wichtig, dass Präparate verwendet werden, die rein aus den Beeren des Wacholders bestehen. Erzeugnisse, die auch Wacholdernadel enthalten, können die Nieren reizen. Wacholderbeerenöl ist auch geeignet zur äußeren Anwendung bei Muskel- und Weichteilrheuma. Hinzu kommen die verdauungsfördernden Eigenschaften, die der Wacholder birgt. Wacholder kann als Gewürz verwendet – etwa in Sauerkraut oder Fleischgerichten – Speisen leichter bekömmlich machen.

Darreichungsformen

Ein aus Wacholder zubereiteter Tee eignet sich gut für eine Durchspülungskur. Das Öl aus der Wacholderbeere kann für Bäder und Inhalationen genutzt werden. Es fördert die Durchblutung und erwärmt den Körper wohltuend. Ein aus Wacholder hergestellter Schnaps, der Wacholdergeist, kann Muskelschmerzen lindern, wenn man die Haut damit einreibt.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Früchte

Wirkstoffe

ätherisches Öl, Gerbstoffe

Anwendung

Entzündungen der ableitenden Harnwege, Harngrieß, Muskel- und Weichteilrheuma

Hinweise

Wacholder darf nicht während der Schwangerschaft verwendet werden. Bei entzündlichen Nierenerkrankungen ist Wacholder nicht anzuwenden.

Wissenswerte Hinweise

Neure wissenschaftliche Forschungen zeigen, dass der nierenreizende oder gar nierenschädigende Effekt, der dem Wacholder lange angelastet wurde, nicht nachweisbar ist. Die Nierenirritationen wurden laut Experten verursacht, weil qualitativ nicht hochwertige Wacholder-Präparate verwendet wurden, die nicht rein aus der Wacholderbeere bestanden. Dennoch gilt es beim Wacholder grundsätzlich eine Überdosierungen zu vermeiden.

In der Schwangerschaft sollte auf Wacholder verzichtet werden, zudem ist Wacholder keineswegs geeignet für Patienten, die an entzündlichen Nierenerkrankungen leiden.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Boksch, Manfred (2007): Das praktische Buch der Heilpflanzen. Kennzeichen, Brauchtum, Heilwirkung, Anwendung. München: BLV.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben.
Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

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