Weide (lat. Salix)

Weide (lat. Salix)

Weide – die Pflanze

Fast jedes Kind kennt sie, die flaumig weichen Weidenkätzchen, die die Weide als Früchte trägt. Allein in Deutschland wachsen mehr als zwanzig Weidenarten und dies zumeist an Flussufern und Bachrändern. Schon seit Jahrhunderten liefert die Weide begehrtes Material aus dem sich Körbe und anderes flechten lässt.

Doch nicht nur der honigsüße Duft, den die Weide verströmt, ist erwähnenswert, auch die heilenden Kräfte der Weide, genauer gesagt die der Silber-Weide (Salix alba) sind herausragend.

Denn die Rinde der Silber-Weide galt schon in der Zeit des babylonischen Reiches als schmerzlinderndes Naturheilmittel.

Und auch in der Antike wussten geschickte Ärzte mit der Weidenrinde zu heilen.

Wirk- und Inhaltsstoffe

Die Mischung aus Salizylalkoholderivaten, Kaffeesäure und Flavonoiden verleiht der Weide eine starke schmerzlindernde Wirkung. Denn das in der Weidenrinde enthaltene Salizin hemmt die Bildung von Entzündungsauslösern. Es wirkt darüber hinaus schmerzstillend und kann so auch bei chronischen Schmerzzuständen – etwa bei rheumatischen Schmerzen – helfen. Die Flavonoide wirken zudem gegen Oxidantien, die durch Entzündungen im Körper entstehen. Wie so oft in der Natur ist es also das besondere Zusammenspiel von Wirkstoffen, das als Gesamtpaket wunderbare Kräfte entfaltet.

Anwendung

Besonders bei der Behandlung von chronischen und entzündlichen Erkrankungen hat sich die Weidenrinde bewährt. So ist sie gut geeignet um Patienten, die unter rheumatischen Schmerzen leiden, Linderung zu verschaffen. Denn Weidenrinde hemmt die Entzündungsboten, die den rheumatischen Schmerz auslösen.

Auch bei anderen chronisch-entzündlichen Krankheiten hilft Weidenrinde. So wird sie auch in der Therapie von Gicht und Arthrose häufig eingesetzt.

Dank ihrer guten Langzeitverträglichkeit können Patienten die Weidenrinde problemlos für einen längeren Zeitraum verwenden, um ihre Schmerzen zu lindern.

Darreichungsformen

Weidenrinde lässt sich als Tee zubereiten, allerdings ist sie in dieser Form eher von schwacher Wirkung. Gerade für die Behandlung von chronischen Schmerzen ist es daher sinnvoll, Fertigarzneien einzunehmen, die Weidenrinde in der richtigen Dosierung enthalten. Weidenrindenpräparate sollten zweimal täglich und immer um die gleiche Zeit eingenommen werden. Leider wirkt Weidenrinde erst nach einigen Tagen, kann allerdings auch dauerhaft angewendet werden.

Kompakt Wissen:

Verwendete Pflanzenteile

Rinde

Wirkstoffe

Salizylalkoholderivate, Gerbstoffe, Kaffeesäure, Flavonoide

Anwendung

chronische Schmerzen (Rheuma, Arthrose)

Hinweise

Selten treten allergische Reaktionen wie eine Verengung der Bronchien durch die Salizylate der Weidenrinde auf. Die Weidenrinde kann Magenschmerzen verursachen.

Wissenswerte Hinweise

Der klare Vorteil der Weidenrinde bzw. eben solcher Präparate, die Weidenrinde enthalten, gegenüber chemisch-synthetischen Arzneimitteln liegt auf der Hand: Es gibt weitaus weniger Nebenwirkungen. Allerdings dürfen Personen, die überempfindlich gegenüber Salizylaten sind, keine Extrakte aus Weidenrinde zu sich nehmen.

Personen mit empfindlichem Magen sollten sich vor einer Behandlung mit Weidenrinde von Ihrem Arzt beraten lassen, gleiches gilt für Schwangere und Stillende.

Quellenverzeichnis

Bäumler, Siegfried (2007): Heilpflanzen Praxis Heute. Porträts, Rezepturen, Anwendung. München: Urban & Fischer.
Bühring, Ursel (2007): Alles über Heilpflanzen. Erkennen, anwenden, gesund bleiben. Stuttgart: Ulmer.
Bühring, Ursel (2009): Praxis Lehrbuch der modernen Heilpflanzenkunde. Grundlagen, Anwendung, Therapie. Stuttgart: Sonntag.

zurück nach oben

© 2018 MyLife Media GmbH. Diese Website dient ausschließlich Ihrer Information und ersetzt in keinem Fall eine persönliche Beratung, Untersuchung oder Diagnose durch einen approbierten Arzt. Die auf dieser Seite zur Verfügung gestellten Inhalte können und dürfen nicht zur Erstellung eigenständiger Diagnosen und/oder einer Eigenmedikation verwendet werden. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen sowie unsere Hinweise zum Datenschutz, die Sie über die Footerlinks dieser Website erreichen können.